Der US-Verteidigungsminister im Wortlaut
Zweimal Rumsfeld zum geplanten Bundeswehreinsatz

Äußerungen von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zur Bereitstellung deutscher Soldaten für den Kampf gegen den Terrorismus haben in Berlin für Aufregung gesorgt.

afp BERLIN/WASHINGTON. Zur Verwirrung trug bei, dass sich Rumsfeld zu dem Thema am Dienstag zweimal äußerte: Einmal auf einer Pressekonferenz, zu der eine Mitschrift des Pentagon vorliegt, und das zweite Mal per Presseerklärung, die als Fax nach Berlin übermittelt wurde. AFP dokumentiert die relevanten Auszüge aus der Pressekonferenz und die Presseerklärung des US-Verteidigungsministers.

Rumsfeld auf der Pressekonferenz

Frage: Herr Minister, Sie haben 3900 Soldaten von der Bundeswehr angefragt. Wir wüssten gerne, wann und wo sie eingesetzt und gebraucht werden, und warum Sie diese Spezialtruppen brauchen. Gibt es nicht genug amerikanische Spezialtruppen, oder sind wir besser? (Lachen)

Rumsfeld: Was den letzten Teil dieser Frage betrifft, würde ich nie daran denken, ihn zu beantworten. (Lachen) Und ich denke, dass unsere gut ausgebildet und gut ausgerüstet und effektiv sind. Um Ihre Frage etwas umzuformulieren, wir haben nicht als solches angefragt. Wir baten um breite Unterstützung; wir baten Leute, das anzubieten, was sie für angemessen halten und mit dem sie sich wohl fühlen, anstatt sie um bestimmte spezifische Dinge zu bitten, was wir normalerweise nie tun. Und meine Antwort ist dementsprechend dieselbe, dass es Deutschlands Sache ist, zu charakterisieren, was es ist, das sie tun.

Frage: Wann werden sie eingesetzt? Wissen Sie das?

Rumsfeld: Das müssen sie selbst entscheiden.

Rumsfelds Presseerklärung

Die USA haben Deutschland um Hilfe gebeten. Die Antwort war positiv. Im Central Command (für die Region um Afghanistan zuständiges US-Oberkommando in Florida, d. Red.) wurden Gespräche darüber geführt, was angebracht sein könnte. Die USA forderten bei Deutschland dann einige der Fähigkeiten an, die diskutiert worden waren, aber wir haben keine spezifische Zahl (3900) von Spezialkräften angefordert, worauf die Frage hinauslief, die mir gestellt wurde. Die USA sind erfreut, dass Deutschland positiv geantwortet hat. Sowohl die Erklärung von Kanzler Schröder als auch die meinige sind miteinander vereinbar.

Haben die USA sich um Deutschlands Angebot militärischer Hilfe zur Beteiligung an der Operation Dauerhafter Frieden bemüht?

Wir begrüßen Deutschlands Angebot, eine Vielfalt von militärischen Fähigkeiten bereitzustellen, um die weltweite Kampagne gegen Terrorismus im Einklang mit seinen Verpflichtungen als Nato-Verbündeter gemäß Artikel 5 des Washingtoner Vertrages zu unterstützen.

Die USA haben im Laufe von ausführlichen und anhaltenden Konsultationen, die dabei helfen, unseren Ansatz bei der Operation Dauerhafter Frieden zu gestalten, im Kampf gegen Terrorismus spezifische Anfragen an Deutschland gestellt.

Wir gelangen bei diesen Diskussionen gemeinsam zu Entscheidungen, wie es zwischen Nato-Verbündeten die Norm ist.

Diese Diskussionen sind vertraulich; wir überlassen es unseren Koalitionspartnern, von denen Deutschland einer der stärksten ist, zu entscheiden, wie sie spezifische Formen der Zusammenarbeit bekannt geben.

Das Central Command der Vereinigten Staaten arbeitet mit den deutschen Militärbehörden zusammen, um deutsche Kräfte in unsere Anti-Terrorismus-Bemühungen zu integrieren.

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