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Der vergessene 11. September

Das Fernsehen ist in seinem Element: Mit der verheerenden Flut in den neuen Bundesländern können die Sender beweisen, wozu TV taugt. Sondersendungen über Schicksale, die man so schnell nicht vergisst. So scheint es.

Doch Katastrophen, die weniger als zwölf Monate des Fernsehalltags zurück liegen, sind gänzlich verdrängt. Die Vorbereitungen zum Jahrestag der Terroranschläge in New York und Washington geschehen im Medien-Deutschland beinahe unbemerkt. Eine Dokumentation hier, eine Serie dort. Das höchste der Gefühle: RTL-Nachrichten am 10. und 11. September live aus New York. Hintergründe über den Kampf zwischen der islamischen Welt und dem Westen interessieren nicht mehr. Daran ändern auch Konferenzen wie die des Deutschen Journalisten-Verbands hoch über dem Rhein nichts. Dabei hatte der Terror auch die Fernsehbranche aus den Angeln gehoben. "Der 11. September war der ultimative Fernsehnachrichten-Tag", sagt Garrick Utley, CNN-Berichterstatter in New York. Noch nie verzichteten private Sender wie RTL und Sat 1 für Tage auf ihre Werbeeinnahmen. Nie zuvor teilten sie sich in friedlicher Eintracht ihr Bildmaterial, dass der AOL-Kanal CNN kostenlos zur Verfügung stellte. Eine Fortsetzung des Terrors kann der Medienwelt nun rasch ins Haus stehen. Trotz Flut-Bildern und Bundestagswahl.

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