Der Verkauf von Beteiligungen geht weiter
Vivendi will sich von Versorgersparte trennen

Der französisch-amerikanische Mischkonzern Vivendi Universal (VU) will sich von seiner Versorgersparte Vivendi Environnement S.A. (VE) trennen.

cn PARIS. Das wird VU-Chef Jean-René Fourtou auf der heutigen Verwaltungsratssitzung des Konzerns bekannt geben. Der 40,8%-Anteil vom VE ist derzeit 3,3 Mrd. Euro wert.

Für das erste Halbjahr 2002 präsentierte VE-Chef Henri Proglio zufriedenstellende Resultate. Wegen Sonderbelastungen muss VE einen Rückgang seines Nettoergebnisses um 22,5% auf 212,8 Mill. Euro hinnehmen. Der Umsatz legte um 7,2% auf 15 Mrd. Euro zu, das Betriebsergebnis um 5,2% auf 1 Mrd. Euro. VE machte 2001 etwa die Hälfte des Umsatzes von VU aus. Der Konzern ist in den Sparten Wasser, Abfall, Energie und Transport aktiv. An der Pariser Börse verlor die VE-Aktie bis zum späten Nachmittag knapp 2 %.

Um einen Teil seiner 14,7 Mrd. Euro Schulden abzubauen, will sich VE von weiteren nicht-strategischen Beteiligungen trennen. Vor zwei Wochen verkaufte der Konzern einen Teil seiner US-Tochter US Filter für 620 Mill. Euro. Seit Jahresbeginn hat VE durch Beteiligungsverkäufe 1,3 Mrd. Euro eingenommen.

Einem baldigen Verkauf von VE steht entgegen, dass VU sich im Juni verpflichtet hat, seine Anteile nicht vor Ende 2003 zu verkaufen. Pariser Analysten erwarten jedoch, VU-Chef Fourtou könnte VE Anfang 2003 an Investoren weiterreichen, die ihrerseits die 18-Monats-Frist respektieren. VE-Chef Proglio drängt auf die Unabhängigkeit von VU, denn die Schieflage des Mischkonzerns belastet VE seit Monaten.

VE versorgt Tausende französischer Kommunen mit Wasser. Als sein Vorgänger Jean-Marie Messier im Frühjahr dieses Jahres laut über einen Verkauf von VE nachdachte, schaltete sich Präsident Jacques Chirac persönlich ein und warnte davor, einen solch zentraler Service wie die Wasserversorgung Frankreichs dürfe "nicht in falsche Hände geraten".

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