Der Verkauf von Veag und Laubag zieht sich in die Länge
Eon: Bieterverfahren um Veag noch völlig offen

adx DÜSSELDORF. Das Bieterverfahren um den Verkauf des ostdeutschen Energieversorgers Veag ist noch völlig offen. Das sagte ein Sprecher des Düsseldorfer E.ON-Konzern am Freitag zu anderslautenden Presseberichten.

Er wollte auch nicht bestätigen, dass eine Entscheidung über den Verkauf der Veag-Anteile am Wochenende falle.

Die Kartellbehörden hatten der Eon AG (Düsseldorf) und der RWE AG (Essen) im Zusammenhang mit deren Fusionen eine sechsmonatige Frist für den Verkauf ihrer 75 % Anteile an der Veag und der 90 % an der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) gesetzt. Diese läuft am Mittwoch ab. Dennoch dürfte das Verfahren frühestens Anfang 2001 endgültig abgeschlossen sein, wie Experten einschätzten. Grund sei, dass die Treuhandnachfolgerin BvS einige Wochen zur Prüfung des Kaufvertrages brauche.

Zur Zahl der Interessenten wollte sich Eon ebenfalls nicht äußern. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, es handele sich offenbar um sieben Interessenten. Genannt wurden Bewag, EnBW, HEW, die italienische Enel, die US-Konzerne NRG Energy und American Energy Power (AEP). Die Investmentbank Schroders habe die Bieter aufgefordert, ihre nachgebesserten Offerten bis Freitag einzureichen.

Die "Welt" hatte am Donnerstag berichtet, RWE und Eon wollten den ostdeutschen Braunkohle-Verstromer Veag an die spanischen Marktführer Endesa und Iberdrola verkaufen. Auf einer Vorstandssitzung der Konzerne am Dienstag in Essen sei ein umfangreicher Asset-Tausch vorbereitet worden, schrieb das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise. Eine abschließende Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Sie werde für spätestens Samstag erwartet.

Die spanischen Konzerne, die im Zuge ihrer Fusion ihren Marktanteil in Spanien um 30 % reduzieren müssten, sollen dem Bericht zufolge die freiwerdenden Kapazitäten an RWE und Eon abgeben. Dafür würden sie die Veag und den ostdeutschen Regionalversorger Envia erhalten. Auch über den Verkauf der Anteile am Berliner Stromversorger Bewag werde mit den Spaniern gesprochen.

In Branchenkreisen werden diese Pläne als schwer umsetzbar bezeichnet. Verwiesen wird laut "Handelblatt" auch auf die Vorkaufsrechte der deutschen Interessenten Bewag, EnBW und HEW am Laubag-Anteil von RWE. Da Laubag und Veag im Paket vergeben werden müssten, könnten die Vorkaufsrechte eine Veräußerung an Außenstehende blockieren.

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