Der Verlauf des Flüchtlingsdramas vor Australien
Odyssee zwischen den Ozeanen

Seit der norwegische Frachter "Tampa" Ende August 438 Flüchtlinge von einer sinkenden indonesischen Fähre rettete, gleicht ihr Schicksal einer regelrechten Odyssee. Am Dienstag entschied die australische Justiz, die Regierung in Canberra müsse die Asylsuchenden aufnehmen. Hier nochmal eine Chronologie der Ereignisse.

afp SYDNEY. 26. August: Der norwegische Frachter "Tampa" rettet die 438 mehrheitlich afghanischen Flüchtlinge von einer sinkenden indonesischen Fähre aus dem Indischen Ozean.

27. August: Die "Tampa"-Besatzung scheitert bei dem Versuch, die Flüchtlinge auf die Weihnachtsinsel zu bringen: Australien verweigert dem Frachter die Einfahrt auf sein Hoheitsgebiet. Die Flüchtlinge treten daraufhin in Hungerstreik.

29. August: Auf Druck der Flüchtlinge steuert "Tampa"-Kapitän Arne Rinnan den Frachter in Richtung Weihnachtsinsel auf australischem Hoheitsgebiet. Daraufhin entert die australische Marine das Schiff auf Anordnung der Regierung.

31. August: Osttimor und Neuseeland bieten die Aufnahme der Flüchtlinge an.

1. September: Der australische Premierminister John Howard kündigt an, dass die Flüchtlinge auf die Pazifikinsel Nauru und nach Neuseeland gebracht werden sollen. Nauru erhält im Gegenzug ein mehr als 20 Millionen Mark umfassendes Hilfspaket.

2. September: Eine Bürgerrechtsgruppe erreicht vor Gericht eine einstweilige Verfügung, dass die geplante übergangsweise Überführung der Flüchtlinge nach Papua-Neuguinea auf dem australischen Marineschiff "Manoora" gestoppt wird.

3. September: Nach einer außergerichtlichen Einigung können die Flüchtlinge nach Papua-Neuguinea gebracht werden. Die australische Regierung verpflichtet sich, bei einer entsprechenden Gerichtsentscheidung das Schiff zurückzuholen.

8. September: Die australische Marine bringt in internationalem Gewässer ein weiteres Flüchtlingsboot mit 237 Menschen auf. Die mehrheitlich irakischen Flüchtlinge werden ebenfalls auf die "Manoora" gebracht. Nauru erklärt sich bereit, auch die neuen Flüchtlinge aufzunehmen.

10. September: Für weitere umfangreiche Hilfsmaßnahmen Australiens ist Nauru zur Aufnahme aller von Australien abgelehnten Flüchtlinge bereit.

11. September: Ein australisches Bundesgericht verpflichtet die australische Regierung zur Aufnahme der 438 Bootsflüchtlinge von Bord der "Tampa". Canberra will die Entscheidung anfechten. Vor der norwestaustralischen Küste läuft ein neues Flüchtlingsschiff mit 130 Menschen an Bord auf Grund.

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