Der Vertrag Neubers läuft am 31. August 2001 aus.
Mehrere mögliche Nachfolger für WestLB-Chef Neuber

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" gilt der Deutsche Bank Vorstand Thomas Fischer derzeit als Favorit.

Reuters FRANKFURT. Das Magazin "Focus" berichtete hingegen am Samstag vorab aus seiner Montagsausgabe, der Vorstandsvorsitzende der Hamburgischen Landesbank, Alexander Stuhlmann, sei derzeit der aussichtsreichste Kandidat.

Ein Sprecher der WestLB hatte am Samstag Spekulationen um die Nachfolge an der Spitze der Bank nicht kommentieren wollen. Die Bestellung des Vorstandes sei Sache der Eigentümer, sagte der Sprecher.

Die WestLB gehört zu 43 % dem Land Nordrhein-Westfalen. Den Rest halten die beiden Sparkassen- und Giroverbände, sowie die beiden NRW-Landschaftsverbände.

Bei der Deutschen Bank hieß zu den Spekulationen um Fischer am Sonntag: "Kein Kommentar". Die Position Fischers im Deutsche-Bank Vorstand war zuletzt im Zuge der Umstrukturierung des Instituts Anfang Februar nochmals aufgewertet worden. Neben seiner Verantworlichkeit für das Risikomanagement hat Fischer mittlerweile auch die Verantwortung für das Kosten-Controlling (als Chief Operating Officer) übernommen. Daher gilt ein Weggang Fischers zur WestLB in Bankenkreisen als eher unwahrscheinlich. Ein Sprecher der Hamburgischen Landesbank wollte die Gerüchte um Stuhlmann am Samstag ebenfalls nicht kommentieren.

Vorzeitig aus dem Amt scheiden will WestLB-Chef Neuber nach eigenen Angaben nicht. "Ich habe bereits frühzeitig erklärt, dass ich wie geplant meinen Vertrag bis zum 31. August dieses Jahres erfüllen werde," sagte Neuber der "Welt am Sonntag". Eine Vertragsverlängerung werde es nicht geben. Nach Informationen dieser Zeitung soll nun auf einem Treffen Ende Februar ein Nachfolger bestimmt werden, der dann in der Verwaltungsratsitzung der Bank am 16. März bekannt gegeben werde.

Der Vertrag Neubers bei der WestLB läuft am 31. August 2001 aus. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte zuvor bereits gesagt, über die Nachfolge von Neuber soll Mitte März entschieden werden.

Im Streit mit der Europäischen Union (EU) um die staatlichen Garantien für die öffentlich-rechtlichen Banken war der WestLB am Freitag trotz der Vorlage weitreichender Kompromissangebote noch kein Durchbruch gelungen. "Wir hatten Gelegenheit, unser Zukunftsmodell detailliert vorzustellen. Zu Entscheidungen konnte es in diesem ersten, sehr konstruktiven Gespräch noch nicht kommen," sagte Neuber dem Blatt. Die Beteiligten seien sich indes einig, dass der Dialog fortgesetzt werde. "Dies soll bereits in dieser Woche beginnen." Zwar gebe es noch vieles abzuarbeiten, er sei aber zuversichtlich, dass dies erfolgreich gelingen könne.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte Ende Januar in einem Schreiben an die Bundesregierung klargestellt, dass er die staatlichen Garantien für öffentliche Institute wie die WestLB - Gewährträgerhaftung und Anstaltslast - als wettbewerbsverzerrende Beihilfen betrachtet.

Der Bundesregierung räumte er damals eine Frist von einem Monat ein, um auf die Kritik zu antworten. Finanz-Staatssekretär Caio Koch-Weser, Steinbrück und Neuber hatten Monti am Freitag Pläne zur Aufspaltung des Instituts in einen privatrechtlichen und einen öffentlich-rechtlichen Teil vorgelegt, mit denen die Bedenken der Kommission ausgeräumt werden sollen.

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