Der Weg ist das Ziel
"Ulles" Kurschatten

Andreas Kloeden fährt bei der 91. Tour de France nicht für sich sondern für das Team. Das Team ist in erster Linie der Kapitän und der heißt Jan Ullrich. Dem 29-Jährigen Kloeden kommt dadurch bei seiner vierten Tourteilnahme eine Sonderstellung zu, die ihn mit wiederkehrender Regelmäßigkeit ganz nach vorne treibt. Andreas Kloedens Aufgabe ist es sozusagen ein Dasein im Schatten Ullrichs zu fristen und ihm den Weg zum Gewinn der Tour zu ebnen.

HB LA MONGIE. Den ersten Härtetest hatte der gebürtige Sachse am Freitag auf der ersten Pyrenäen-Etappe zu bestehen. In den beiden schweren Anstiegen zum Col d´Aspin (1489 m) und nach La Mongie (1715 m) am Tourmalet sollte er den Kapitän nach Kräften unterstützen. "Wenn ich in den Pyrenäen und Alpen bis zum letzten Anstieg an Jans Seite bleiben kann, habe ich meine Aufgabe erfüllt", beschreibt Klöden seine Rolle.

Wie ernst er seinen Job nimmt, zeigte er bereits auf der Etappe durchs Zentralmassiv. Dort eskortierte er seinen "Chef" zunächst über den Hauptanstieg des Tages, bevor er beim Schlussspurt in St. Flour auf den zweiten Platz sprintete, um eine Zeitgutschrift für Lance Armstrong zu verhindern. Da störte es ihn auch nicht, dass er Erik Zabel auf Platz drei verwiesen hatte: "Es geht nur darum, dass Jan die Tour gewinnt. Nichts sonst."

Klöden kann sich solche Äußerungen inzwischen leisten. Denn der ehemalige "Kronprinz" überzeugt nach Jahren der Stagnation wieder durch Leistung. Der Meistertitel von Freiburg vor drei Wochen war sein erster Sieg seit fast vier Jahren. Nach seinem Erfolgsjahr 2000 hatte der Straßen-Dritte von Sydney die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Seine spektakulären Siege bei Paris-Nizza und der Baskenland-Rundfahrt für lange Zeit die einzigen Erfolgserlebnisse neben Olympia-Bronze.

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