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Der Weg zum YoungtimerDPA-Datum: 2004-07-16 10:30:50

Berlin/Castrop-Rauxel (dpa/gms) - Die Autos sind begehrt, aber gar nicht so teuer - doch die große Frage ist meist, woher sie zu bekommen sind. Wer einen Youngtimer sucht, steht vor dem Problem, dass die Fahrzeuge sich den normalen Regeln des Automarktes entziehen.

Berlin/Castrop-Rauxel (dpa/gms) - Die Autos sind begehrt, aber gar nicht so teuer - doch die große Frage ist meist, woher sie zu bekommen sind. Wer einen Youngtimer sucht, steht vor dem Problem, dass die Fahrzeuge sich den normalen Regeln des Automarktes entziehen.

Auf dem Hof des Gebrauchtwagenhändlers sind sie in der Regel kaum noch zu finden, in den Angeboten der einschlägigen Oldtimer-Verkäufer nehmen sie bestenfalls eine Statistenrolle ein. Soll die Suche nach einem der jungen Alten erfolgreich sein, müssen Interessenten oft ungewöhnliche Wege gehen.

Zunächst allerdings kann die Suche daheim am Frühstückstisch beginnen. «Es ist zu empfehlen, die Anzeigenseiten der ganz normalen Tagespresse durchzuschauen», sagt Frank Wilke vom Marktbeobachter Classic Data in Castrop-Rauxel. Dort findet sich mit etwas Glück dann und wann der eine oder andere Youngtimer inmitten handelsüblicher Gebrauchtwagenangebote. Ein Grund dafür ist, dass manche Besitzer nichts von der neuen Beliebtheit ihres langjährigen Gefährts ahnen und es zum Verkauf einfach in die Zeitung setzen.

Nicht selten handelt es sich bei den Eigentümern um ältere Menschen, die das Auto einst neu oder fast neu erworben haben, es mit der Zeit aber immer sporadischer einsetzten. Johannes Hübner vom Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main spricht daher auch von einem «Boom der Oma- und Opa-Autos»: «Viele der älteren Besitzer wissen gar nicht, was sie da haben.»

Weil mancher Eigner aber gar nicht daran denkt, den angejahrten Wagen überhaupt noch zu verkaufen, ist auch hohe Aufmerksamkeit bei der Fahrt durch die Straßen zu empfehlen. Denn der Zufall spielt bei der Suche eine nicht zu unterschätzende Rolle. «Viele neue Besitzer eines Youngtimers sind zu ihrem Wagen gekommen, indem sie sich regelrecht an der Garagentür des Vorbesitzers festgebissen haben», so Hübner. Soll heißen: Wird einmal das Wunschauto auf einer Grundstücksauffahrt gesichtet, kann es nicht schaden, intensiven Kontakt mit dem Eigner zu pflegen, sofern der nichts dagegen hat.

«Zu den Hauptquellen für solche Autos gehören sicher die entsprechenden Clubs», ergänzt Ralf Geisler, Youngtimer-Experte des Bundesverbandes Deutscher Motorveteranen-Clubs (Deuvet) in Berlin. In Marken- oder Modellclubs gebe es meist einen Fundus an Fahrzeugen oder Adressen.

Allerdings ist die schlichte Kombination «Auto toll finden und dann schnell kaufen» keine Garantie für eine dauerhaft glückliche Beziehung zwischen Mensch und Fahrzeug. So geht an älteren Autos bekanntlich öfter mal etwas kaputt als an einem Neuwagen. Oft gibt es aber nach Angaben von Ralf Geisler kaum noch Teile. Daher ist ausgiebige Vorab-Information über das jeweilige Modell Gold wert.

Allgemein gelten bei der Auswahl eines Youngtimers ähnliche Kriterien wie bei normalen Gebrauchtwagen. Weil allerdings die Menge möglicher Macken im Laufe der Zeit zunimmt, kann es nicht schaden, sich vorab über typische Mängel eines Modells kundig zu machen. Bei vielen Youngtimern müssen sich Eigner zudem auf ein in Sachen Auto-Klassiker bislang unbekanntes Problem gefasst machen. Ende der Siebziger zog verstärkt Elektronik in die Autos ein - was zusätzliche Fehlerquellen bereit hält und oft kostspielige Reparaturen bedeutet.

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