Der Zusammenschluss bringt Kostenersparnis von 1,2 Mrd. $
Chevron bestätigt Übernahme von Texaco

Der amerikanische Ölkonzern Chevron Corp. will die US-Mineralölgesellschaft Texaco im Zuge eines Aktientauschs für rund 35 Mrd. $ kaufen. Durch die Fusion ensteht nach Exxon-Mobil, Royal Dutch/Shell und BP Amoco der viertgrößte Ölkonzern der Welt.

Reuters SAN FRANCISCO/NEW YORK. Die US-Mineralölkonzerne Chevron und Texaco schließen sich zusammen. Chevron werde Texaco mit eigenen Aktien im Wert von 35 Mrd. $ (etwa 80 Mrd. DM) kaufen, teilten die Vorstände beider Unternehmen am Montag mit. Die neue Chevron Texaco Corp. wäre der weltweit viertgrößte Mineralölkonzern nach Exxon Mobil, Shell und BP Amoco. Den Unternehmenswert des neuen Energieriesen bezifferten die Ölkonzerne auf 100 Mrd. $. Das neue Unternehmen erwarte jährliche Einsparungen von 1,2 Mrd. $. Von den zusammen weltweit rund 57 000 Stellen sollen 4000 wegfallen.

Im zweiten Anlauf zum Erfolg

In der Mineralölbranche ist dies der nächste große Zusammenschluss nach den Fusionen von Exxon und Mobil Oil sowie BP und Amoco. Mit der neuen Chevron Texaco entsteht nach Ansicht von Analysten für beide ein starker Konkurrent. Der neue Konzern würde über rund 11,3 Mrd. Barrel an Öl- und Gasreserven verfügen und damit nur knapp hinter BP Amoco, aber immer noch weit hinter Exxon Mobil liegen, sagte Bruce Lanni, Analyst bei CIBC World Markets, die Fusion. Zusammen hätten beide eine starke Position bei der Exploration und Produktion in Westafrika, in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und in Lateinamerika.

Ein erster Versuch einer Fusion zwischen Chevron als Nummer zwei und Texaco als Nummer drei der US-Mineralölkonzerne war vor einem Jahr an den Kaufpreisforderungen von Texaco gescheitert. Analysten sprachen nun von einem günstigen Kauf für Chevron und zeigten sich überrascht, dass Texaco in einen niedrigeren Verkaufspreis einwilligte. Die Vorstände hatten vor einigen Monaten die Fusionsverhandlungen wieder aufgenommen und am Sonntagnachmittag den Zusammenschluss besiegelt. Texaco wird den Angaben nach mit 64,87 $ je Aktie bewertet. Chevron werde 0,77 eigene Aktien für jede der etwa 545 Mill. ausstehenden Texaco-Aktien tauschen. Im vorigen Jahr noch hatte Texaco ein Angebot im Wert von 70 $ je Aktie abgelehnt.

Chevron-Chef David O'Reilly soll nach der Fusion Chairman und Konzernchef der neuen Chevron Texaco Corp. werden. Der gegenwärtige Chef von Texaco, Peter Bijur, werde Vize-Chairman und solle die Sparten Raffinerie, Marketing, Strom und Chemie leiten.



Analysten bewerten Fusion positiv

Christopher Stavros vom Investmenthaus Paine Webber geht davon aus, dass die US-Kartellbehörden die Fusion unter Auflagen billigen dürften. "Da der Preis für Texaco offensichtlich 5 $ niedriger ist als vor einem Jahr und Texaco in der Zwischenzeit einiges zur eigenen Stärkung getan hat, sieht der Deal nach einer günstigen Gelegenheit für Chevron aus" sagte Stavros der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch Fred Leuffer, Analyst beim Investmenthaus Bear Stearns, hatte zuvor den Zusammenschluss als positiv für Chevron bewertet. "Falls es eine Fusion zu den genannten Bedingungen gebe, ist das ein großartiger Kauf für Chevron," sagte Leuffer.

Beide Konzerne hatten bereits im vergangenen Jahr über einen Zusammenschluss verhandelt. Die Gespräche waren gescheitert, da sich Chevron und Texaco nicht über einen Preis einigen konnten. Mittlerweile ging jedoch der langjährige Chevron-Chef Kenneth Derr in den Ruhestand. Seinem Nachfolger O´Reilly wird von Beobachtern eine mehr einvernehmliche Haltung bei Verhandlungen nachgesagt.

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