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Derby-Pleite des FC Bayern als BetriebsunfallDPA-Datum: 2004-07-20 10:49:24

München (dpa) - Ausgerechnet im Jubiläums-Derby hat Felix Magath seine erste Niederlage beim FC Bayern München hinnehmen müssen, doch die Testspiel-Pleite gegen den TSV 1860 hakte der neue Trainer als kleinen Betriebsunfall rasch ab.

München (dpa) - Ausgerechnet im Jubiläums-Derby hat Felix Magath seine erste Niederlage beim FC Bayern München hinnehmen müssen, doch die Testspiel-Pleite gegen den TSV 1860 hakte der neue Trainer als kleinen Betriebsunfall rasch ab.

«Das Ergebnis ist nicht erfreulich, aber für mich absolut zweitrangig», sagte Magath nach dem 0:1 (0:0) im 200. Lokalderby gegen den Absteiger. Auch Bayern-AG-Chef Karl-Heinz Rummenigge wollte dem Ergebnis 19 Tage vor Beginn der Fußball-Bundesliga keine besondere Bedeutung beimessen: «Man darf das doch jetzt alles nicht überbewerten. Die Mannschaft steckt mitten in der Vorbereitung.»

Schnell wollte Magath zur Tagesordnung übergehen. Für wortreiche Analysen ließ man sich beim Rekordmeister keine Zeit. Kommende Woche beginnt für die Münchner im DFB-Ligapokal das Rennen um den ersten möglichen Saison-Titel, und beim USA-Kurztrip steht in Chicago gegen den englischen Champions-League-Rivalen Manchester United ein vermeintlich wichtigerer Test an.

Der Partie gegen den kleinen Nachbarn aus Giesing hatte Magath mit sieben Auswechslungen zur Halbzeit selbst die sportliche Bedeutung genommen. Allein Torwart Oliver Kahn blieb nach seiner Rückkehr aus dem EM-Urlaub die ganze Zeit auf der Ersatzbank. Alle Feldspieler mussten ran. Auch Michael Ballack kam an seinem ersten Arbeitstag 45 Minuten zum Einsatz. Ob der Mittelfeldmann die Kapitänsbinde von Kahn übernimmt, will Magath erst kurz vor Saisonbeginn entscheiden.

Durch die zahlreichen Rochaden im Team hatte die erste Niederlage gegen die Sechziger durch das Karlheinz Pflipsens Elfmeter-Tor (80. Minute) nach zuletzt acht Bundesliga-Siegen in vier Jahren kaum Aussagekraft. Als Sieger konnte sich auf Seiten der «Roten» aber Sebastian Deisler fühlen. Der 24-Jährige sprühte bei seinem Einsatz in der ersten Halbzeit im Gegensatz zu fast allen seiner Kollegen vor Spielfreude und dürfte in dieser Form sowohl beim FC Bayern als auch in der deutschen Nationalmannschaft wieder zum Stammpersonal gehören.

«Es ist einfach super, wie er spielt. Seine Pässe sind schon genial», sagte Deislers neuer Kollege Andreas Görlitz. Auch der U-21- Nationalspieler gehört bislang zu den Gewinnern der Vorbereitung und bekam nach dem Duell mit seinem Ex-Club von Magath ein seltenes Sonderlob. «Er hat gezeigt, was er kann, und hat gute Chancen auf einen Platz in der Mannschaft zum Saisonauftakt», sagte der Trainer über den rechten Verteidiger. Gegenüber dem noch verletzten französischen Ex-Europameister Willy Sagnol hat Görlitz momentan die Nase vorn. Von den «Löwen»-Fans unter den nur 10 000 Zuschauern war er wegen seines Vereinswechsels zum Erzfeind mit heftigen Schmährufen bedacht worden. «Das hört man, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt», sagte der einzige gebürtige Oberbayer im FCB-Team.

Trotz des Sieges im letzten Münchner Derby im Olympiastadion vor dem gemeinsamen Umzug in die Allianz Arena im kommenden Jahr hielt sich der Jubel bei den «Löwen» in Grenzen. «Es ist schön für unsere Fans, aber für mich zählt nur der Saisonauftakt in der 2. Liga», sagte Trainer Rudi Bommer. Für die Sechziger war es der 47. Derby- Sieg. Für den FC Bayern stehen weiterhin 104 Erfolge zu Buche.

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