Derby-Pleite verschärft BVB-Situation
Schalkes Ailton schießt Dortmund an den Abgrund

Nach der Heimniederlage gegen Schalke wandelt Borussia Dortmund nicht mehr nur finanziell am Abgrund. Die abgeklärt wie eine echte Spitzenmannschaft auftretenden Gelsenkirchener zogen dagegen mit Spitzenreiter Bayern München gleich und träumen nun vom Gewinn der inoffiziellen Herbstmeisterschaft.

DORTMUND. Bert van Marwijk konnte es nicht fassen, als er maßlos enttäuscht aus dem Westfalenstadion eilte. Was hatten der Trainer und sein neuer Präsident Reinhard Rauball seiner Mannschaft im Vorfeld des 124. Revierderbys gegen den FC Schalke 04 nicht alles an den Kopf geworfen in der vergangenen Woche. Mit Engelszungen hatten sie auf ihre allesamt glänzend verdienenden Angestellten eingeredet, dass die Trendwende her muss. Doch das Ergebnis blieb dasselbe wie in den Wochen zuvor. Borussia Dortmund präsentierte sich am Sonntagabend auch gegen den Erzrivalen über weite Strecken als lebloses Team und steht nach der 0:1 (0:1)-Heimniederlage nun auch sportlich am Abgrund.

Sie hatten gedroht, sie hatten die eigenen Stärken betont, sie hatten die Konsequenzen einer weiteren Niederlage ausführlich beleuchtet, sie hatten an die Ehre der Spieler appelliert, sie hatten versucht, die existenzbedrohenden finanziellen Probleme auszublenden - die Verantwortlichen der Borussia hatten vor der Partie alle Register gezogen. Rauball hatte gar angekündigt, für einen Sieg auf die Feiern zu Weihnachten, Silvester und Ostern zu verzichten, wenn denn nur die Punkte "in unserem Wohnzimmer bleiben". Die Chancen dafür hatte er eigentlich als nicht so schlecht erachtet. "Denn immerhin haben wir ja auch die beiden vorangegangen Heimspiele gewonnen." Doch die Schalker machten dem Niebaum-Nachfolger eine Strich durch die Rechnung: Statt Platz zu nehmen und wie ein höflicher Gast Geschenke mitzubringen, strichen sie die gute Stube des BVB einfach königsblau - und heizten damit auch die Trainerdiskussion bei der Borussia mächtig an.

Wille, Einsatz, Aggressivität - die sichtlich nervös beginnenden Gastgeber ließen zunächst zwar viel von dem erkennen, was Trainer und Präsident von ihnen gefordert hatten. Doch weil sich das mit Übermotivation und Unkonzentriertheiten paarte, hatten die Gäste, die geradezu stoisch gelassen agierte, leichtes Spiel. Sie kontrollierten so gut es ging Ball und Gegner und schlugen dann angetrieben von Spielmacher Lincoln mit ebenso überfallartig wie mustergültig vorgetragenen Kontern eiskalt zu. Und so konnten sich die zunehmend rüder agierenden Borussen vor allem bei Torhüter Roman Weidenfeller bedanken, dass es nach 30 Minuten nur 0:1 durch "Toni" Ailton (17.) nach einem Traumanspiel von Lincoln stand.

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