Derzeit beschäftigt Boeing rund 93 000 Mitarbeiter
Boeing kündigt Massenentlassungen an

Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing zieht nach den Terrorattacken in den USA erste Konsequenzen. Wegen des erwarteten Auftragsrückgangs sollen bis Ende 2002 insgesamt 20 000 bis 30 000 Mitarbeiter der Verkehrsflugzeugsparte entlassen werden.

dpa SEATTLE. Dies hat der weltgrößte Flugzeugbauer in der Nacht zum Mittwoch in Seattle bekannt gegeben. Boeing beschäftigt im Verkehrsflugzeugbau rund 93 000 Mitarbeiter und hat im Gesamtkonzern 199 000 Beschäftigte. Die Entlassungen werden im ganzen Land erfolgen und alle Flugzeugmodelle treffen.

Der amerikanischen Flugzeugkonzern reagiert damit auf die geplanten Kapazitätskürzungen der US-Fluggesellschaften um rund 20 Prozent und erwarteten globalen Trend im Luftverkehr. Boeing hat seine Auslieferungsprognosen für Verkehrsflugzeuge ebenfalls drastisch reduziert.

Mehrere amerikanische Fluggesellschaften haben bereits Entlassungen von mehr als 28 000 Mitarbeitern angekündigt, darunter insgesamt 23 000 bei der Continental Airlines und der US Airways. Die Continental Airlines geht davon aus, dass insgesamt 100 000 Beschäftigte in der Luftfahrtbranche ihre Stellen verlieren werden.

Stellenabbau bei den Fluggesellschaften

United Airlines will 20 000 Mitarbeiter nach Hause schicken, berichtete die "New York Times" am Mittwoch in ihrer elektronischen Ausgabe. United ist weltweit die zweitgrößte Fluggesellschaft. Der Branchenführer American Airlines und die Northwest Airlines, die Nummer vier, wollen nach Angaben der Zeitung ebenfalls Entlassungen bekannt geben.

Boeing erwartet für das laufende Jahr nur noch Auslieferungen von 500 Maschinen gegenüber bisherigen Erwartungen von 538 Flugzeugen. Im kommenden Jahr werden die Auslieferungen auf etwas über 400 Maschinen fallen. Boeing hatte bisher damit gerechnet, dass die Fluggesellschaften 510 bis 520 Maschinen abnehmen würden. "Gegenwärtige Schätzungen gehen davon aus, dass sich der Abwärtstrend 2003 fortsetzen wird", erklärte das Unternehmen.

Alan Mulally, der Präsident der Verkehrsflugzeug-Sparte Boeing Commercial Airplanes, sprach von kritischen Schritten, die notwendig seien, um die eigenen Operationen größenmäßig so auszulegen wie dies dem schwierigen und unsicheren Umfeld entspreche, dem sich die Airline-Kunden gegenübersehen.

Staatliches Hilfspaket für die Flugzeugbranche

Boeing ist vor Airbus der führende Verkehrsflugzeugproduzent. Die Gesellschaft ist aber auch der zweitgrößte amerikanische Rüstungskonzern, verfügt über eine große Raumfahrtsparte sowie über ein rasch wachsendes Dienstleistungs- und Informationstechnologie- Geschäft. Das Weiße Haus und Kongressführer einigten sich auf ein Hilfspaket in Höhe von 15 Milliarden Dollar, berichtete der Fernsehsender CNN. Die amerikanischen Fluggesellschaften hatten 24 Milliarden Dollar Staatshilfen verlangt.

Ihnen drohen allein in diesem Jahr Verluste von mehr als fünf Milliarden Dollar, die durch die dreitägigen Flugunterbrechungen und vor allem durch den erwarteten massiven Rückgang der Kundenzahlen in Folge der Terroristenattacken noch viel höher ausfallen könnten. Das Hilfspaket könnte schon am Freitag dem Kongress vorgelegt werden, berichtete CNN. Damit sollen die Fluggesellschaften für die Verluste nach den Terroranschlägen kompensiert und die neuen Sicherheitsmaßnahmen unterstützt werden.

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