Derzeit etwa 260 000 Chinesen in Arbeitslagern
Menschenrechtskommissarin Robinson kritisiert Arbeitslager in China

rtr PEKING. Die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen (UNO), Mary Robinson, hat China aufgefordert, das Strafsystem "Umerziehung durch Arbeit" aufzugeben. "Zwangsarbeit als Strafe verstößt gegen internationale Menschenrechts-Prinzipien", sagte Robinson am Montag auf einer Tagung in Peking. In ihrer Rede vor chinesischen Beamten und Rechtsexperten forderte die Kommissarin für Menschenrechte China auf, die Praxis der Arbeitslager zu überdenken und abzuschaffen. Zunächst lag keine offizielle chinesische Stellungnahme vor.

Menschenrechtler und einige chinesische Rechtsexperten begrüßten Robinsons Kritik. Es verstoße gegen Rechte wie das Verbot der willkürlichen Festnahme, wenn Menschen ohne Gerichtsverhandlung in Arbeitslager geschickt werden. "Wir sind glücklich über die starke Rede von Mary Robinson", sagte Sophia Woodman, Leiterin des Forschungsinstitutes der in New York ansässigen Organisation "Menschenrechte in China". Robinson stelle sich damit auf die Seite von chinesischen Menschenrechtlern.

In den vergangenen Jahren wurden in China immer wieder Bürgerrechtler und Mitglieder der verbotenen Falun-Gong-Bewegung mit Zwangsarbeit betraft. Nach einem aktuellen Bericht von Menschenrechte in China befinden sich derzeit etwa 260 000 Chinesen in Arbeitslagern. 60 % von ihnen seien unter dem Gummibegriff "Störung der öffentlichen Ordnung" festgenommen worden. Nach Angaben von Falun-Gong-Sprechern sind 5000 Anhänger der religiös motivierten Bewegung in Arbeitslagern eingesperrt.

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