Derzeit Haftstrafe in Deutschland
Türkei will Hinrichtung Kaplans nicht ausschließen

Der türkische Justizminister sagte, er könne nicht garantieren, dass der Führer der radikalislamischen Organisation Kalifatsstaat nach einer Verurteilung wegen Hochverrat in der Türkei nicht am Galgen enden würde.

AP ANKARA. Die türkische Regierung will eine eventuelle Hinrichtung des "Kalifen von Köln", Metin Kaplan, im Fall einer Auslieferung durch Deutschland offenbar nicht ausschließen. Der türkische Justizminister Hikmet Sami Türk sagte am Samstagabend in Ankara, er könne nicht garantieren, dass der Führer der radikalislamischen Organisation Kalifatsstaat nach einer Verurteilung wegen Hochverrat in der Türkei nicht am Galgen enden würde. Das könne nur das Parlament entscheiden.

Kaplan sitzt derzeit in Deutschland eine vierjährige Haftstrafe wegen Anstiftung zum Mord an einem islamischen Geistlichen ab. Demnächst wird der türkische Innenminister Rustu Kazim Yücelen in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Otto Schily über die Auslieferung Kaplans verhandeln. Doch will Deutschland Kaplan nur ausliefern, wenn er in der Türkei nicht hingerichtet wird. Ankara hatte unter Druck der Europäischen Union im September die Verfassung geändert und die Todesstrafe auf terroristische Straftaten sowie auf in Kriegszeiten begangene Verbrechen beschränkt. Seit 1984 ist in der Türkei keine Todesstrafe mehr vollstreckt worden.

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