"Derzeit kein günstiger Zeitpunkt für Übernahmen"
Biotech bekräftigt Prognosen

Das Biotechnologieunternehmen GPC Biotech hält an seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr fest und will in den nächsten zwölf Monaten mindestens eine weitere Allianz mit einer Pharmagesellschaft eingehen.

rtr FRANKFURT. GPC wolle den Umsatz 2002 zum Vorjahr um 50 % auf 21 Mill. ? steigern, der Jahresfehlbetrag werde sich auf 30 bis 35 Mill. ? belaufen, bekräftigte Unternehmenschef Bernd Seizinger am Mittwoch am Rande einer Investorenkonferenz in Frankfurt im Gespräch mit Reuters. 2001 hatte GPC Biotech einen Jahresfehlbetrag von 29,4 Mill. ? ausgewiesen. Die Ausweitung des Verlustes begründete Seizinger erneut mit steigenden Kosten für die Medikamentenentwicklung.

"Wir hoffen, weitere Pharma-Allianzen eingehen zu können und weitere Meilensteinen in bereits existierenden Allianzen zu erreichen", kündigte Seizinger an. In den nächsten zwölf Monaten werde GPC mindestens eine weitere Allianz eingehen. Derzeit gebe es schon konkrete Gespräche.

Das im Nemax50 gelistete Unternehmen hat bereits eine Reihe pharmazeutischer Allianzen geschlossen, darunter mit Aventis Pharma und Boehringer Ingelheim. Die bedeutendste davon ist die mit dem Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana, der seit November 2001 mit 8,3 % an GPC beteiligt ist. Seizinger zufolge ist es nicht vorgesehen, dass Altana seinen Anteil an GPC erhöht.

Seizinger fügte hinzu, er sehe GPC Biotech in einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen am Neuen Markt zu Übernahmezielen würden, nicht als Akquisitionsobjekt. "Grundsätzlich kann man das nie ausschließen, das ist aber nicht Teil unserer Strategie. An mich ist noch niemand herangetreten", sagte Seizinger. Vor kurzem hatte die Schweizer Berna Biotech die Übernahme des ebenfalls im Nemax50 gelistet Biotechnologieunternehmens Rhein-Biotech angekündigt.

Seizinger zufolge strebt GPC Biotech erst in den nächsten zwei bis vier Jahren wieder selbst eine Übernahme an. Derzeit sei kein günstiger Zeitpunkt für Zukäufe, obwohl viele Unternehmen günstig bewertet seien. Denn die schwache Börse belaste auch den Aktienkurs von GPC Biotech, die die eigenen Aktien als Akquisitionswährung einsetzen wolle. "Auf Grund der Bewertung unserer Aktie bieten sich Akquisitionen derzeit nicht an", sagte Seizinger.

Wichtigste Ziele für GPC Biotech für den Rest des Jahres seien der Ausbau der pharmazeutischen Allianzen und die Konzentration auf die eigene Medikamentenpipeline im Onkologiebereich (Krebsforschung), erläuterte der Vorstandschef weiter. Zu diesem Zweck wolle das Unternehmen insbesondere auch seine klinische Entwicklungsgruppe ausbauen. Bis Ende des Jahres wolle GPC Biotech 200 bis 220 Mitarbeiter beschäftigen, derzeit seien es rund 177.

Das duale Geschäftsmodell von GPC Biotech sieht den Abschluss von Allianzen mit Life-Science-Unternehmen wie auch die Entwicklung eigener Medikamente vor. Dabei konzentriert sich die Firma zunehmend auf die Entwicklung eigener Arzneimittel zur Behandlung von Krebs. Nach Angaben von Mitte Mai testet GPC derzeit ein potenzielles Medikament in der klinischen Phase II, weitere drei Arzneimittelkandidaten befinden sich in vorklinischen Entwicklungsstadien. Das Unternehmen will 2006 profitabel werden.

Die GPC-Aktie notierte am Mittwochmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 11,13 % im Minus bei 4,31 ?.

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