Derzeit keine Gespräche
KPN blockiert Fusion von E-Plus und O2

Ungeachtet wirtschaftlicher Vorteile eines Zusammengehens der beiden kleinsten Mobilfunkanbieter in Deutschland, E-Plus und O2, will die E-Plus-Mutter KPN nicht den Startschuss für eine Fusion geben.

Reuters DÜSSELDORF. E-Plus-Chef Uwe Bergheim sagte am Mittwochabend in Düsseldorf, ein Zusammengehen von E-Plus und O2 mache unter dem Gesichtspunkt einer vergrößerten Kundenbasis zwar wirtschaftlich Sinn. Derzeit fänden jedoch keine Gespräche über eine Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten statt. KPN wolle nicht den Startschuss für eine mögliche Fusion zwischen KPN und der O2-Mutter MMO2 geben. "Wir werden nicht als erstes zucken - das ist die Strategie von (KPN-Chef) Ad Scheepbouwer", sagte Bergheim. "Wir haben das längere Streichholz", fügte der E-Plus-Chef hinzu. Während E-Plus operativ bereits seit längerem schwarze Zahlen schreibt, hatte O2 erstmals zum Herbst 2002 die Gewinnschwelle erreicht.

Anhaltende Spekulationen

Spekulationen über ein mögliches Zusammengehen der beiden Konzerne beziehungsweise ihrer Deutschland-Töchter kursieren am Kapitalmarkt bereits seit geraumer Zeit. Beide Konzerne gehören zu den kleineren Mobilfunkfirmen in Europa. Hinter den deutschen Mobilfunk-Marktführern T-Mobile und Vodafone D2 mit zusammen rund 45 Mill. Kunden liegen E-Plus mit rund 7,3 Mill. Kunden und O2 mit 4,6 Mill. Kunden deutlich zurück. Eine Fusion von E-Plus und O2 Deutschland würde daher einen starken dritten Konkurrenten zu den beiden Marktführern schaffen. Die beiden Verfolger der deutschen Marktführer räumen ein, dass sie noch deutlich bei den Kundenzahlen wachsen müssen, um eine solide und langfristig profitable Geschäftsbasis zu etablieren. Als Zielmarke dafür gelten grob zehn Mill. Kunden.

Nach übereinstimmenden Angaben von MMO2 und KPN waren zuletzt im vergangenen Jahr Sondierungsgespräche über eine Zusammenlegung der Geschäfte geführt worden, die jedoch ohne konkretes Ergebnis endeten. E-Plus-Chef Bergheim dementierte am Finanzmarkt kursierende Gerüchte, wonach KPN im Jahr 2002 eine Offerte für O2 abgegeben habe. "Es hat keine Offerte gegeben im letzten Jahr - klares Dementi", sagte Bergheim.

Auch zwischen den beiden deutschen Mobilfunkgesellschaften bestehen derzeit keine Kontakte. Sowohl E-Plus-Chef Bergheim als auch O2-Chef Rudolf Gröger hatten Reuters zuletzt gesagt, es gebe derzeit zwischen ihnen keine Gespräche über eine Fusion. Aus den Unternehmen verlautete, dass beide Firmen zunächst getrennt ihre Geschäftsbasis durch die Gewinnung profitabler Kunden verbessern wollen.

Zur Verbesserung seines Markenimages in Deutschland will E-Plus will den kommenden Wochen mit einer neuen Werbekampagne starten. "Wir haben bei den Kunden ein sympathisches Image, aber ein unklares Profil", sagte Unternehmenschef Bergeheim. Mit der neuen Kampagne, für die bis Jahresende ein Etat von mehr als 50 Mill. ? eingeplant ist, solle das Firmenimage geschärft werden. Leitmotiv der von neuen Produkten begleiteten Kampagne solle sein, dass sich E-Plus in Abgrenzung von den übrigen drei Mobilfunkanbietern "erfrischend anders" präsentieren will. Die bisher starke Stellung von Prominenten in der Werbung wird nach Bergheims Worten deutlich reduziert. Derzeit ist der Chef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Rudi Völler, die prominenteste Werbefigur des Unternehmens.

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