Derzeit noch 15 IR-Verbindungen
Deutsche Bahn streicht Interregio-Verbindungen

Die Deutsche Bahn AG will sich so schnell wie möglich von allen unrentablen Interregio-Linien (IR) trennen. Bahn-Sprecher Gunnar Meyer sagte der "Berliner Zeitung", zum Fahrplanwechsel im Dezember würden mehrere Verbindungen wegfallen. Die Gewerkschaft Transnet hat den Interregio- Rückzug der Bahn scharf kritisiert. Gewerkschafts-Chef Norbert Hansen bezeichnete die Pläne am Samstag als "unnötig, überflüssig und nicht gerade kundenfreundlich".

rtr/dpa BERLIN. Die Bahn werde sich "am schnellsten von den Strecken trennen, die sich nicht rechnen", sagte Meyer der Zeitung, ohne Einzelheiten zu nennen. IR-Verbindungen, die sich wirtschaftlich betreiben ließen, würden dagegen zu IC- oder ICE-Strecken aufgewertet, erklärte der Bahn-Sprecher weiter. Details wollte der Bahnsprecher nicht nennen.

Nach einer der "Berliner Zeitung" vorliegenden internen Bahnliste über "Veränderungen der Linien und Laufwege im Fernverkehr" sollen aus dem derzeit noch aus 15 Strecken bestehenden Interregionetz insgesamt neun Verbindungen komplett für den Fernverkehr entfallen. Dazu gehörten unter anderem Bad Harzburg-Hannover-Fredericia (Dänemark), Saarbrücken- Bremerhaven-Cuxhaven, Oberstdorf-Hof-Berlin, Stralsund-Frankfurt und Würzburg-München. Künftig als IC- und ICE-Linien betrieben werden sollen laut Zeitung unter anderem Hamburg-Stralsund, Bremen- Magdeburg-Leipzig, Schiphol (Flughafen Amsterdam)-Berlin, Dortmund - Kassel-Erfurt.

"Die Linien werden dann umgestellt, wenn wir dafür moderne Fahrzeuge zur Verfügung haben", sagte Meyer. "Es fährt heute kein Fahrgast mehr stundenlang im Interregio von Berlin bis nach Frankfurt am Main", begründete er den Rückzug aus dem Interregio- Netz.

Transnet-Chef sieht in Plänen falsches Signal

Der Interregio sei sehr beliebt und werde gerne genutzt, kritisierte Transnet-Chef Norbert Hansen die Bahn-Pläne. Das Vorhaben liefe außerdem dem Ziel zuwider, "mehr Menschen mit der Bahn zu befördern". Ein Rückzug aus der Marke Interregio sei falsch. "Ein Ausbau wäre erforderlich gewesen. Das gesamte Produkt müsste noch weiter verbessert werden", forderte Hansen. Dazu zähle auch eine Modernisierung der Züge. Seit Jahren sei das Unternehmen mit dem Interregio aber eher "stiefmütterlich" umgegangen.

Der Gewerkschaftsvorsitzende forderte die Bahn AG auf, ihre Pläne "zu überdenken". Dies sei auch vor dem Hintergrund des laufenden Wettbewerbs erforderlich. Die Bahn laufe ansonsten Gefahr "mit kurzfristigem Kostdenken einen Steilpass für ihre Wettbewerber zu liefern".

Hansen begrüßte Pläne des Unternehmens Connex, weitere Fernverbindungen in Deutschland in Angriff zu nehmen. Diese würden vermutlich vor dem Hintergrund der aktuellen Bahn-Pläne "neuen Schwung" erhalten. Der Transnet-Vorsitzende zeigte sich zufrieden, dass die Verbindungen Gera-Rostock offenbar erste Erfolge verzeichne. Dies zeige, dass sich Wettbewerb lohne. Zugleich könne der Beweis erbracht werden, dass eine solche Verbindung Sinn mache.

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