Derzeit nur wenige Hundert deutsche Urlauber im tropischen Paradies
Ferieninsel galt bisher als friedliche Oase

Nach dem Bombenanschlag auf Bali war auch am Sonntagabend noch völlig unklar, welche Auswirkungen das Attentat auf den Urlaubsreiseverkehr auf die indonesische Tropeninsel hat. Nach einer Empfehlung des Auswärtigen Amtes und anderer europäischer Regierungen, Bali bis auf weiteres zu meiden, hat Europas größter Reiseveranstalter Tui AG vorerst bis zum kommenden Sonntag alle Reisen dorthin abgesagt.

HB/ek DÜSSELDORF. Der Veranstalter Thomas Cook, die aus Condor und Neckermann Tourstic hervorgegangenen Tochter von Lufthansa und Karstadt, will die Entwicklung bis Montag oder Dienstag abwarten; der nächste planmäßige Urlauber- Abflug wäre erst am Mittwoch.

Direkte Flüge von Deutschland nach Bali bietet lediglich die indonesische Gesellschaft Garuda an. Regulär käme die nächste planmäßige Maschine aus Denpasar auf Bali am Mittwoch in Frankfurt an, um dann in der Gegenrichtung zu starten. Ob sie tatsächlich kommt, war gestern noch offen. "Wir müssen erst abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Am Montag wird entschieden", sagte ein Unternehmenssprecher dem Handelsblatt.

Obwohl Bali gemeinhin als tropisches Traumparadies gilt, ist die Reise-Nachfrage aus Deutschland vergleichsweise gering. Die Tui schickte als Marktführer im vergangenen Geschäftsjahr 15 000 Gäste aus Deutschland auf die Insel. Augenblicklich betreut der Reisekonzern vor Ort nach eigenen Angaben lediglich rund 200 deutsche Urlauber. Denen gehe es gut, lediglich vier Gäste hätten den Wunsch geäußert, den Urlaub vorzeitig abzubrechen. Sie würden nach Deutschland zurückgeflogen, hieß es. Aus Sicherheitsgründen wurde aber das Rundreise- und Ausflugsprogramm ebenfalls zunächst bis kommenden Sonntag abgesagt.

Mit Thomas Cook sind nur 100 deutsche Urlauber im Bali-Urlaub. 98 seien unversehrt, sagte ein Sprecher, einer verletzt, eine weitere Person werde seit dem Anschlag vermisst. Bei den örtlichen Reiseleitungen habe sich bislang niemand gemeldet, der die Heimreise früher antreten wolle. Das berichtete auch die deutsche Niederlassung von Singapore Airlines, die täglich zwei Umsteigeverbindungen von Frankfurt via Singapur nach Denpasar auf Bali im Programm hat. Den Passagieren sei angeboten worden, ohne zusätzliche Gebühren frühere Rückflüge zu buchen. Ein solcher Wunsch sei aber nur von wenigen Urlaubern geäußert worden.

Während Indonesien generell seit Jahren als gefährliches Reiseland gilt, hatten auch erfahrene Touristiker die Süd-Insel des von ethnisch- religiösen, politischen und sozialen Konflikten erschütterten Staates stets für sicher gehalten. Auch die Warnungen des Berliner Außenministeriums hatten sich bisher auf andere Regionen bezogen.

Von einem Rückgang des Tourismus nach dem Attentat von Samstag wären zahlreiche internationale Hotelkonzerne betroffen - darunter Spitzenmarken der Fünf-Sterne- Klasse wie Ritz Carlton, Four Seasons und Oberoi. Sie betreiben auf Bali luxuriöse Herbergen mit reichlich tropischem Flair und üppig ausgestatteten Wellness-Oasen.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%