Derzeit Vorsichtsstrategie angesagt
Analysten hoffen auf das dritte Quartal

Für eine Trendwende am europäischen Aktienmarkt scheint die Zeit noch nicht reif.

rez FRANKFURT/M. Darüber sind sich Analysten und Fondsmanager führender angelsächsischer Investmenthäuser einig. Zwar sind die Bewertungen selbst nach um 20 % reduzierten Gewinnerwartungen je Aktie noch extrem niedrig, wie Analysten von Morgan Stanley errechneten. Um Anleger aber zu bewegen, ihren außergewöhnlich hohen liquiden Kapitalbestand in Aktien zu stecken, müssen sie ihr Vertrauen in die Titel zurück gewinnen. "Der Markt ringt nach guten Neuigkeiten", beschreibt Christian Elsmark vom Fondshaus JP Morgan Fleming Asset Management die Lage. Erst wenn Investoren glaubten, dass alle schlechten Nachrichten bekannt seien, könne der Markt drehen.

Elsmarks Rat: Um die Trendwende nicht zu verpassen, sollten Anleger jetzt ihre Aktienfavoriten auswählen und kaufen, wenn sie drei Schlüsselsignale erkennen: positive Firmenergebnisse, weitere Leitzinssenkungen in den USA und Euroland sowie ein steigendes Handelsvolumen an den Börsen. Wenn sich die Firmenergebnisse im 3. Quartal besserten, gebe es Chancen auf eine Erholung im Spätherbst, meint Funnell. Das hieße aber nicht, dass 2002 eine Kursrally bevor stehe, warnt Elsmark. Zwar seien kurzfristige Kursgewinne möglich. Doch stehe und falle das Aktienjahr 2002 mit der Erholung des Konjunkturindikators schlechthin, dem US-Konsum. Zudem lägen die Gewinnschätzungen je Aktie vieler Analysten mit +11 bis 12 % noch immer zu hoch.

Daher fahren viele Investmenthäuser weiterhin eine Vorsichtsstrategie und setzen wie Merrill Lynch auf Branchen wie Energie, Versorger, zinssensible Finanzdienstleister, aber auch Grundstoffe und Bau. Auch zu Elsmarks Favoriten gehören Aktien aus Sparten, die früh von einer Konjukturerholung und anstehenden Zinssenkungen profitieren. Unter anderem setzt er auf den französischen Baukonzern Vinci, Fluglinien wie British Airways und Banken, wie die britische Barclays. Stabilität brächten Ölaktien wie BP ins Portfolio. Morgan Stanley hält noch nichts von Zyklikern und bleibt bei Versorgern und Versicherern wie Suez, Aegon oder Fortis

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