Design-Problem
Wo bleibt der Apfel

Das größte Hindernis auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft: PC im Wohnzimmer sehen einfach bescheiden aus.

Kennen Sie das größte Hindernis auf dem Weg zur Internet-Gesellschaft? Nein, es ist nicht der Zugang zu Breitbandübertragungen (obwohl die Telekom in meiner Wohnung - Baujahr 1993 - an der Installation einer DSL-Leitung scheiterte). Es ist auch nicht das Wissen in der Bevölkerung über die neuen Möglichkeiten oder die Kosten für die Auffahrt zur Datenautobahn.

Das größte Problem ist: Design.

Denn wer stellt sich schon gern einen beige-grauen Kasten ins Wohnzimmer zu dessen Aussehen selbst Fünfjährige wertvolle Beiträge liefern könnten? Und auf dem Tisch dann noch einen Monitor, der so viel Platz wegnimmt, dass sich das papierlose Büro von selbst ergibt - es passt ja nichts mehr anderes auf die Arbeitsplatte.

Dabei geht es doch auch anders: Der US-Computerhersteller Apple beweist, dass sich Computer und anspruchsvolles Design nicht ausschließen - solch ein Gerät stellt man sich gern in die Wohnung. Doch weil Apple nun mal sein eigenes Betriebssystem bevorzugt, bleibt der schicke Apfel-Rechner in den Windows-konditionierten Stuben außen vor.

Und währenddessen kommt kein PC-Hersteller auf die Idee, dass ein schickes Gewand für seine Rechner vielleicht den Vorteil liefern könnte, um sich aus dem Preiskampf zu lösen. Bis aus den Kistenschiebern Apfelbauern werden wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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