Designated Sponsor stellt nicht nur An- und Verkaufspreise
Für Emittenten oft ein wichtiger Betreuer

Das Modell der Investmentbank, die als "Hausbank" (Corporate Broker) mit ihren Unternehmenskunden in engem Kontakt steht, ist in Großbritannien seit langem eingeführt. Der Broker nimmt vielfältige Service- und Beratungsleistungen wahr.

HB DÜSSELDORF. Die Frage, wie den in Deutschland notierten Unternehmen nach der Emission ein weitergehender Sekundärmarktservice geboten werden kann, beschäftigt auch hier zunehmend die Banken. So etabliert sich ein mit Großbritannien vergleichbares Corporate- Broking-Modell.

Für die in den bisherigen Segmenten Neuer Markt und Smax notierten Unternehmen verlangt die Deutsche Börse die Nominierung von zwei bzw. einem Designated Sponsor (Betreuerbanken). Unklar ist, welche Änderungen ab 2003 mit der Neuordnung der Segmente greifen. Am Serviceangebot der Designated Sponsors wird sich aber nichts ändern. Ihre Hauptaufgabe ist es, für die Emittenten in den betroffenen Marktsegmenten jederzeit die Handelbarkeit ihrer Aktie zu gewährleisten. Dies geschieht durch das Stellen von Preisen für den An- und Verkauf und die damit verbundene höhere Liquidität. In Deutschland sind 60 Betreuerbanken tätig.

Die Deutsche Börse bewertet die Beratertätigkeit mit einem Rating, das für jeden Emittenten separat ermittelt und als Gesamtbewertung über alle betreuten Werte des Designated Sponsors veröffentlicht wird. Zur Zeit werden 50 Designated Sponsors mit dem besten Rating (AA) bewertet. Die Anzahl der von diesen Banken jeweils betreuten Mandate bewegt sich zwischen einem und 120 Unternehmen.

Weitere Leistungen werden von einem Teil der Designated Sponsors auf freiwilliger Basis angeboten - viele Betreuer verzichten auf solche Angebote aber aus Kostengründen. Zu diesen Leistungen gehört das Research. Es umfasst die Kommentierung von Neuigkeiten in der Unternehmenssphäre sowie Analysen wichtiger Ereignisse, verbunden mit einer Handlungsempfehlung für Investoren. Der Vertrieb der Betreuerbank sorgt für die Vermarktung der Aktie bei institutionellen Investoren im In- und Ausland.

Von besonderem Wert für den Emittenten ist auch die Unterstützung bei der Entwicklung der Investor Relations, also bei Auf- und Ausbau einer glaubwürdigen und überzeugenden Kapitalmarktkommunikation. Gemeinsam mit dem Kunden wird auch die Ausrichtung der IR-Strategie und die Entwicklung von Management-Präsentationen besprochen. Informationen über den Kapitalmarkt, zum über Trends auf Investorenseite, Meinungen zum Industriesektor oder regulatorische Neuerungen gehören dazu.

Von einer Reihe von Designated Sponsors werden die Unternehmen auch in der Unternehmensführung und-kontrolle (Corporate Governance) beraten. Hintergrund: Ein Teil der im Corporate Governance- Kodex veröffentlichten freiwilligen Grundsätze wird im Rahmen des neuen Transparenz- und Publizitätsgesetzes verankert und so für die Unternehmen zur Pflicht.

Anja Iffland ist Mitarbeiterin der Corporate Broking & Syndication bei WestLB Panmure in Düsseldorf.

Quelle: Handelsblatt

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