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Designer vom Kap: Kleider aus Rosen und Mut zur Fülle

Johannesburg (dpa) - Eva mit ihrem paradiesisches Feigenblatt-Outfit hätte bei der südafrikanischen Modewoche in Johannesburgs Vorort Sandton Modell stehen können: Die ehemaligen Floristen Franz Gräbe und Coenie Hattingh entwarfen für ihre «Moët & Chandon Couture»-Kollektion Kleider ausschließlich aus Natur-Materialien: Gräser, Palmenblätter und Rosenblüten.

Johannesburg (dpa) - Eva mit ihrem paradiesisches Feigenblatt-Outfit hätte bei der südafrikanischen Modewoche in Johannesburgs Vorort Sandton Modell stehen können: Die ehemaligen Floristen Franz Gräbe und Coenie Hattingh entwarfen für ihre «Moët & Chandon Couture»-Kollektion Kleider ausschließlich aus Natur-Materialien: Gräser, Palmenblätter und Rosenblüten.

Die blumige Show bildete den erfolgreichsten Auftakt der Schauen, bei denen mehr als 40 Designer vier Tage lang ihre Entwürfe präsentieren. Das französische Kosmetikunternehmen L'Oréal tritt als Hauptsponsor auf und zeigt damit sein starkes Interesse an der südafrikanischen Mode.

Unter Modeexperten gelten die Designer vom Kap - die entgegen dem Trend auch fülligere Kunden im Blick behalten - als innovativ und kreativ. In ihren Kollektionen verwenden sie überwiegend Naturfasern, nutzen nicht nur Printmuster, sondern arbeiten mit Patchwork aus ethnischen Mustern: Die floralen Abbildungen werden mit Pailletten und in Form von Stickereien auf die textilen Kunstwerke gebracht.

Unter dem Motto «Manche mögen's Haute» («Some like it Haute») zeigten zehn Designer auf der «Elle New Talent Show» ihr Können. Frances Andrew triumphierte mit klassischen, minimalistischen Schnitten, hauptsächlich mit schwarzen und weißen Baumwollstoffen. Auch bei ihr sind es die kleinen Details, die den Unterschied machen: Versteifte, spitz zulaufende Puffärmel, klassische A-Linien-Röcke. Ein Favorit der Talentshow war Stephen Quatender. «Bei meiner Kollektion habe ich immer wieder den Bezug zu meinem Heimatland Südafrika hergestellt. Es sind vor allem Dinge, die ich auf dem Land entdeckt habe», sagt der 23-jährige Designer nach seiner Show.

Vintage-Elemente - Stücke, die schon nach «getragen» aussehen - sowie leichte Baumwollstoffe mit verschieden farbigen Pailletten, dominierten seine Kollektion. Ein weiterer Höhepunkt war die Show des Designerlabels «Stoned Cherrie». Nkensani Manganyi ließ sich als eine der wenigen vom 10. Jubiläum der Abschaffung der Apartheid in Südafrika inspirieren: Schwarz, Gelb und Grün prägten ihre Entwürfe. Aufgestickte Figurinen auf schwarzen Abendkleidern mit eingewebten Goldfarben vermitteln einen starken Bezug zum afrikanischen Kontinent. Trotz der körperbetonten Mode wagte Manganyi Mut zur Fülle. Ihre Models hatten keine typischen «Magermaße» und durften Bauch zeigen. Ihr Label gehört am Kap zu den erfolgreichsten überhaupt.

Südafrikas Modewelt erlebt seit dem Ende der Apartheid ganz allgemein einen Umschwung. Immer mehr schwarze Designer wie Nkensani Manganyi oder auch Craig Native haben ihre eigene modische Handschrift gefunden und entwickelt. Sie zeigen demonstrativ Bezug zu ihrer Heimat. Es sind vor allem die kleinen Dinge, die an den Schwarzen Kontinent erinnern: Applikation von Afrikaner-Köpfen, Stoffblumen oder Patchwork-Muster. Und auch die warmen Farbtöne wie Sand, Kakao oder Ocker betonen ihre Herkunft.

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