Designerkraftstoffe sollen Umwelt schonen
Daimler-Chrysler testet biogene Treibstoffe

Daimler-Chrysler will biogenen Treibstoffen zum Durchbruch verhelfen. In wenigen Wochen wird der Konzern erstmals aus Biomasse hergestellten Kraftstoff in der Praxis testen.Biogene Treibstoffe sind Designerkraftstoffe, die aus Biomasse wie Pflanzen und aus Biomüll gewonnen werden.

vwd/ajo STUTTGART. Es gehe darum, Ersatz für die begrenzten Erdölressourcen zu schaffen", erläutert Forschungsvorstand Thomas Weber die Strategie. Biogene Kraftstoffe können nach Meinung von Weber schneller zur Energieversorgung genutzt werden als die Brennstoffzelle, an der Daimler-Chrysler ebenfalls intensiv arbeitet. "Biogene Treibstoffe sind ein Thema von heute und morgen, die Brennstoffzelle von übermorgen", so der Forschungsvorstand vor kurzem.

Kaum Änderungen am Motor notwendig

Der große Vorteil der Treibstoffe aus Biomasse im Vergleich zu Kraftstoffen aus fossilen Rohstoffen wie Öl ist die Kohlendioxid-neutrale Verbrennung: Die Pflanzen, die als Grundstoffe dienen, verbrauchen bei ihrem Wachstum genauso viel Kohlendioxid wie bei der Verbrennung im Motor entsteht. Im Gegensatz zum bereits bekannten Bio-Diesel, der aus Rapsöl gewonnen wird, lässt sich bei der Herstellung biogener Kraftstoffe die ganze Pflanze verwenden. Zudem können eine Vielzahl von Pflanzen verwertet werden. Die Biomasse wird zunächst zu Koks verarbeitet, dann in Synthesegas umgewandelt, woraus schließlich Diesel, aber auch Benzin, Methanol und sogar Wasserstoff hergestellt werden können.

Auch VW zeigt Interesse an synthetischem Sprit

Daimler-Forschungschef Weber ist zuversichtlich, dass sich der neue synthetische Treibstoff ohne aufwendiges Umrüsten der Motoren einsetzen lässt. Erste Tests für die Alltagstauglichkeit finden noch im Juni statt. Bei Choren Industries in Freiberg bei Dresden - einem Spezialisten für Vergasungstechnologien - läuft derzeit die weltweit erste Produktionsanlage für synthetischen Kraftstoff aus Biomasse an. Noch diesen Monat wird Daimler-Chrysler vom Entwicklungspartner Choren Industries biogenen Sprit erhalten. Auch Volkswagen ist inzwischen in das Projekt eingestiegen.

Daimler-Chrysler will den biogenen Kraftstoff im ersten Schritt herkömmlichem Diesel oder Benzin beimischen. Bis zu 10 % sind heute schon ohne Probleme möglich. Weber: "Nun wollen wir herausfinden, wie weit man gehen kann, ohne den Motor verändern zu müssen."

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