Designkritik: Mac Book Pro
Nichts Neues von Apple?

Aus dem Poerbook wird das Mac Book Pro: Was gute Designstrategie ist, zeigt Apple beim Modellwechsel des bekannten Premium-Notebooks.

Think Small, verkündete Volkswagen Anfang der 60er Jahre in Amerika. Think Different, ergänzte Apple Computer in den 80ern. Dass Steve Jobs vom Käfer nicht nur den Werbeslogan, sondern auch ein ganzes Stück designstrategisches Denken übernommen hat, erscheint vor allem heute, anlässlich der Einführung des Mac Book Pro, als so gut wie sicher.

Erstmals mit Intel-Prozessor ausgestattet, stellt das neue Premium-Notebook eine Revolution im Kern der Marke dar. Jeder andere Hersteller hätte diese Innovation zum Anlass für ein völlig neues Produktdesign genommen. Nur Apple meidet Höhenflüge und bleibt beim bekannten Aussehen.

Es scheint so, als will der Computerbauer seine treue, kritische Kundschaft nicht unnötig verärgern. Nicht ganz in dieses Bild passt allerdings der neue Name, der demonstrieren soll, dass Apple fest an die neuen Chips glaubt.

Aber warum sollte die neue Hardware die äußere Form überhaupt beeinflussen? Das alte Powerbook überzeugt durch ein immer wieder perfektioniertes Design. Seit Einführung des „Titanium“ 2001 hat sich Apple in der kurzlebigen IT-Welt eine unverwechselbare silberne Identität geschaffen und ist in der Branche trotz eines Marktanteils von zwei Prozent eine etablierte Ikone: unverkennbar, omnipräsent, beliebt.

Mit der neuen Technik gäbe es einige gute Gründe für einen Modell-Wechsel: Beim Mac Book Pro sind neben bekannten Feinheiten, wie der beleuchteten Tastatur und dem automatischen DVD-Einzug, einige wichtige, kaum sichtbare Neuerungen eingezogen. So wurde eine Minikamera dezent integriert, ein magnetischer Stromstecker verspricht sichere Verbindungen und eine schmucke Fernbedienung soll für mehr Komfort sorgen.

Trotz dieser Innovationen bleibt Apple beim alten Design. Der Computerbauer pflegt damit ein dogmatisches Designdenken, das zu hundert Prozent „made in Germany“ ist. Wie zu Zeiten des Käfers: jedes Jahr nur kleine, wichtige Verbesserungen eines für optimal geglaubten Designkonzepts. Dass diese Strategie heute noch so gut funktioniert, ist erstaunlich. Es widerspricht eigentlich jedem markenstrategischen Denken, das kurzlebige Produktzyklen favorisiert. Apple verfolgt damit zwar einen eigenwilligen Weg, trifft damit aber sehr gut die Wünsche der Konsumenten.

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