Desinvestitionen
Eon erwartet Milliarden-Erlöse

Der Düsseldorfer Eon-Konzern erwartet im Zuge der Ruhrgas-Übernahme aus den vom Bundeswirtschaftsministerium vorgegebenen Beteiligungsabgaben Einnahmen in Höhe von rund drei Milliarden Euro.

Reuters DÜSSELDORF. Eon-Vorstand Hans Michael Gaul nannte diese Zahl bei einer Analystenkonferenz am Montag. Weitere Zukäufe etwa in den USA oder Großbritannien stünden unterdessen in absehbarer Zeit nicht an, hieß es weiter.

Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke hatte am Freitag trotz der Bedenken von Bundeskartellamt und Monopolkommission mit der Erteilung einer Sondererlaubnis die Ruhrgas-Übernahme durch Eon ermöglicht, diese aber mit zahlreichen Auflagen versehen. So müssen Eon/Ruhrgas Beteiligungen am ostdeutschen Energieunternehmen VNG, dem führenden deutschen Wasserkonzern Gelsenwasser, dem Regionalversorger EWE, Bayerngas und den Stadtwerken Bremen abgeben. Ruhrgas muss zudem sein Netz weiter für Konkurrenten öffnen und diesen in den nächsten Jahren enorme Gasmengen verkaufen. Zudem hat Eon der Ruhrgas mittelfristig Investitionen in Höhe von sechs bis acht Milliarden Euro zugesagt.

Signifikante Zugeständnisse

Eon-Chef Ulrich Hartmann sagte, dies seien "signifikante Zugeständnisse" für die Ruhrgas-Übernahme, die sich aber im Rahmen des Erwarteten bewegten. Eon blieben sechs Monate Zeit für die vom Bund geforderten Veräußerungen. Diese Frist könne aber auf ein Jahr ausgeweitet werden. Zugleich unterstrich er, dass wichtige Gas-Beteiligungen wie etwa die Thüga nicht auf die Abgabeliste gesetzt worden seien. Vielmehr solle das Unternehmen Teil von Ruhrgas werden. Zudem müssten die zugesagten Milliarden-Investitionen bei Ruhrgas den Investitionskriterien von Eon entsprechen und damit Gewinn bringen. "Nur dann stellen wir Ruhrgas Geld zur Verfügung." Die Gelder könnten in Russland, aber auch in anderen europäischen Staaten investiert werden. Über eine etwaige Erhöhung der Beteiligung am russischen Energieriesen Gazprom gebe es noch keine Entscheidung. Die Ruhrgas hatte mehrfach Interesse an einer solchen Aufstockung gezeigt.

Eon-Vorstände bei der Konferenz sagten zudem, sie gingen davon aus, dass etwaige Klagen von Konkurrenten gegen die Ministererlaubnis nur prozedurale Fragen, nicht aber den Kern der Transaktion berühren könnten. Heftige Kritik hatten Konkurrenten und Verbraucherschützer geübt.

Ruhrgas wird auf Sparkurs gedrängt

Hartmann stellte zudem klar, dass Eon beim größten deutschen Gasimporteur Ruhrgas auf Einsparungen drängen will, die auch zum Verlust von Arbeitsplätzen führen können. In erster Linie stehe eine Reduzierung der Arbeitsplätze bei Ruhrgas nicht an. Eon werde aber auf Kostenreduzierungen dringen. Dann könnte auch ein Abbau in Frage kommen. Ruhrgas hat derzeit nach eigenen Angaben rund 2600 Beschäftigte.

Hartmann sagte ferner, in absehbarer Zeit stünden keine Entscheidungen über Zukäufe in den USA oder Großbritannien an. Zudem werde Eon keine "Freudenhauspreise" für neue Übernahmen zahlen. Die derzeitige Netto-Liquidität des Konzerns belaufe sich auf rund fünf Milliarden Euro, nachdem sie Ende des ersten Quartals 2002 noch bei rund vier Milliarden Euro gelegen habe. Die britische Zeitung "Observer" hatte berichtet, Eon sei an dem britischen Energieversorger Scottish & Southern Energy (SSE) interessiert.

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