Desolates Inlandsgeschäft
Chemie-Anlagenbauer befürchten Dämpfer für Nahost

Ein Krieg gegen den Irak würde die deutschen Chemie-Anlagenbauer nach eigener Aussage empfindlich treffen. Der Nahe Osten sei inzwischen eine der wichtigsten Abnehmerregionen für deutsche Chemieanlagen, sagte Aldo Belloni, Vorstandsmitglied der Linde AG, am Dienstag in Frankfurt. Ein Krieg könnte die Nachfrage der Region destabilisieren und das Exportgeschäft beeinträchtigen. Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Iran kauften deutsche Chemieanlagen.

HB/dpa FRANKFURT/M. In den Ölförderländern verstärke sich der Trend, nicht nur Öl und Gas zu fördern, sondern es gleich an Ort und Stelle zu Chemie- Grundprodukten zu verarbeiten, sagte Belloni, Sprecher der Großanlagenbauer im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). "Die Wertschöpfung bewegt sich immer mehr in Richtung Bohrloch." Zahlreiche Anlagen für die Herstellung von Olefin, Polyolefin oder Methanol seien bereits geordert worden. Positive Auftragsentwicklungen verzeichneten die deutschen Chemie-Anlagenbauer sonst nur noch aus Osteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Das Inlandsgeschäft bezeichnete Belloni als "desolat". Auch in diesem Jahr sei noch nicht mit einer nachhaltigen Belebung zu rechnen. Allerdings ist Deutschland für die Anbieter von Chemieanlagen mit einer Exportquote von 92 Prozent ein eher unbedeutender Markt. Ähnlich für die Hersteller von Ausrüstungen wie Pumpen, Mess- und Regeltechnik, die 75 Prozent ihrer Produktion ins Ausland liefern. In Deutschland sei erst in der zweiten Hälfte 2004 mit einer Belebung der Nachfrage zu rechnen, sagte Peter Schenk vom VDMA-Ausschuss Prozesstechnik.

Auf der "Achema", der weltweit größten Messe für Chemie- Ausrüstungen, zeigen vom 19. bis 24. Mai in Frankfurt rund 4000 Aussteller aus aller Welt Technik für die chemische Industrie. Die Fachmesse wird alle drei Jahre veranstaltet und bietet parallel zahlreiche Vortragsveranstaltungen über neue Entwicklungen in der Chemie.

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