"Destruktiver Nihilismus"
Schwere Vorwürfe gegen Kostunica

Im Machtkampf um das Präsidentenamt in der jugoslawischen Teilrepublik Serbien hat Ministerpräsident Zoran Djindjic schwere Vorwürfe gegen den jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica erhoben.

HB/dpa HAMBURG. Der serbische Regierungschef warf Kostunica in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" "destruktiven Nihilismus" vor. Der bei den serbischen Präsidentenwahlen drei Mal gescheiterte Kostunica suche mit seiner "Blockadepolitik" Jugoslawien zu Grunde zu richten.

Kostunicas Haltung werde aber keine Auswirkungen auf das System und seine Regierung haben. "Die können auf der anderen Seite der Mauer ruhig bellen, wir hören es - aber sie können keinen beißen", sagte Djindjic. Der serbische Ministerpräsident zeigte sich zuversichtlich, dass er sich gegen den jugoslawischen Präsidenten und "Revolutions-Darling" Kostunica durchsetzen werde.

Heftig distanzierte sich Djindjic von dem ehemaligen Serben- General Ratko Mladic, der international als Kriegsverbrecher gesucht wird. Mit seinem Versteckspiel schade Mladic nicht nur sich selbst, sondern vor allem dem Land, sagte Djindjic. Der Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla Del Ponte, warf der serbische Regierungschef mit Blick auf den Prozess gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic Versagen vor: "Sie hat große Probleme mit einem kostenverschlingenden Prozess, der bisher nicht die erhofften Resultate bringt." Djindjic: "Nun sucht sie nach Schuldigen und hofft, die bei uns zu finden."

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