Details auf Pressekonferenz am Montag
Mammut-Fusion in europäischer Stahlbranche geplant

Die europäischen Konzerne Usinor, Arbed und Aceralia wollen sich zum Weltmarktführer für Stahl zusammenschließen. Nachdem ursprünglich nur über eine Zusammenarbeit im Bereich Edelstahl gesprochen worden sei, peilten die Partner nun eine vollständige Fusion an, erklärte der französische Usinor-Konzern am Freitag in Paris.

afp PARIS. Der Börsenhandel mit den Aktien von Usinor, dem spanischen Konzern Aceralia und der luxemburgischen Arbed wurde ausgesetzt. Am Wochenende sollten die Fusionspläne zwischen den Firmenleitungen abgestimmt und am Montag, vermutlich noch vor der Öffnung der Börsen, Einzelheiten bekannt gegeben werden. Der neue Konzern käme auf eine Stahlproduktion von mehr als 50 Millionen Tonnen im Jahr. ThyssenKrupp erklärte, seine Stahl-Sparte werde durch eine Fusion der Konkurrenten "eher gestärkt als gefährdet".

Der neue Stahl-Weltmarktführer würde nach Angaben von Branchenkennern zwischen 50 und 60 Millionen Tonnen pro Jahr produzieren und käme auf einen Jahresumsatz von rund 30 Milliarden Euro. Die Fusion muss bei der EU-Kommission angemeldet und von den Brüsseler Wettbewerbshütern genehmigt werden. Nach Einschätzung des Analysten Vincent Klooterboer müssten die Firmen mit Auflagen rechnen: Die Jahresproduktion müsste durch Teilverkäufe voraussichtlich auf 43 Millionen Tonnen herabgefahren werden. Der neue Stahl-Gigant käme dann auf einen Weltmarktanteil von etwa fünf Prozent und würde immer noch weit vor dem bisherigen Weltmarktführer Posco aus Südkorea rangieren, der rund 27,7 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produziert.

Die Sprecherin von Wettbewerbskommissar Mario Monti sagte, ein Anmeldungsschreiben der Firmen sei bislang in Brüssel nicht eingetroffen. Die Kommission sei aber bereits am Vortag informell über das Vorhaben unterrichtet worden. Usinor wollte keine weiteren Einzelheiten nennen und kündigte lediglich an, am Sonntagnachmittag Ort und Termin einer Pressekonferenz für Montag mitzuteilen.

ThyssenKrupp Steel begrüße "jeden Beitrag zu einer weiteren Konsolidierung und Restrukturierung des europäischen Stahlmarkts", erklärte der Düsseldorfer Konzern. Eine weitere Kooperation zwischen den europäischen Stahlunternehmen werde zu einer "noch besseren Abstimmung in der Kapazitätsentwicklung" führen. Die in der Vergangenheit mit Usinor geführten Gespräche hätten gezeigt, dass einer Kooperation von ThyssenKrupp mit den Franzosen "erhebliche kartellrechtliche Bedenken" entgegengestanden hätten. ThyssenKrupp produzierte nach Angaben eines Firmensprechers im Jahr 2000 rund 18 Millionen Tonnen Stahl.

Usinor ist derzeit die Nummer drei in der Eisen- und Stahlprodution. Der französische Konzern schloss am 23. Januar eine Allianz mit dem Weltmarkt-Zweiten, dem japanischen Konzern Nippon Steel. Zwischen Aceralia und Arbed gibt es bislang bereits eine Überkreuz-Beteiligung. Zu Usinor gehört auch die deutsche Ekostahl im brandenburgischen Eisenhüttenstadt. Arbed hatte 1999 vergeblich eine Allianz mit der deutschen Salzgitter AG angepeilt.

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