Dettman-Team verliert 71:93
Litauen gibt deutschen Basketballern Lehrstunde

Das deutsche Basketball-Team verlor das Endspiel um den Gruppensieg in der Vorrunde der Basketball-Europameisterschaft deutlich.

HB NORKÖPPING. Nach den Auftaktsiegen gegen Israel (86:81) und Lettland (94:86) verlor die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) am Sonntag das "Endspiel" um den Gruppensieg gegen Litauen deutlich mit 71:93 (33:46). Statt der Direkt-Qualifikation für das am Mittwoch in Stockholm ausgespielte Viertelfinale muss das Team von Bundestrainer Henrik Dettmann an diesem Montagabend (20.30 Uhr) in Norrköping gegen den erst am Sonntagabend ermittelten Sieger der Partie Italien - Bosnien-Herzegowina im K.o.-Spiel antreten.

Erfolgreichste Korbwerfer im deutschen Team, das sich am Montag erheblich steigern muss, um zum dritten Mal nacheinander in ein EM- Viertelfinale einzuziehen, waren NBA-Profi Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks mit 19 Punkten und Patrick Femerling (FC Barcelona/12). Saulius Stombergas (28), Ramunas Siskauskas (19), Arvidas Macijauskas (14) und Jasikevicius (14) trafen hochkarätig für den Olympia-Dritten, der dem hoch gewetteten WM-Dritten eine höchst deftige Basketball-Lektion erteilte.

Vor 3500 Zuschauern in der Sporthalle "Himmelstalund" starteten beide Mannschaften äußerst nervös. Litauen führte nach 90 Sekunden 5:2, ehe der Berliner Spielmacher Mithat Demirel das deutsche Team mit drei Freiwürfen erstmals in Führung (7:5/3.) brachte, die vor allem der von verschiedenen Gegenspielern in enge Manndeckung genommene Nowitzki bis zum 13:9 (7.) ausbaute. Doch Nachlässigkeiten in der Defensive und zahlreiche Fehlpässe bestraften die physisch starken Balten mit ihren gefürchteten Drei-Punkte-Würfen. Nach dem ersten Viertel lagen die Dettmann-Schützlinge 19:22 zurück - auch weil sich der 2,14 m lange Center Femerling unter dem Korb kaum gegen den noch zwei Zentimeter größeren Eurelijus Zukauskas durchsetzen konnte.

Auch im zweiten Viertel setzte sich das Fehlpass-Festival (10 Ballverluste in der ersten Halbzeit) fort, an dem selbst Nowitzki beteiligt war. So kamen die bei ihren schnellen Gegenstößen oft nur durch Fouls zu bremsenden Litauer neben ihren "Dreiern" vorwiegend durch traumhaft sicher verwandelte Freiwürfe zu einfachen Punkten: 12 von 13 bis zur Pause, in der das im Angriff einfallslose deutsche Team mit 33:46 schon klar im Hintertreffen lag.

Distanzwüfe aus allen Ecken des Spielfelds

Aber nach dem Wechsel sollte es noch dicker kommen, als die Balten mit Distanzwürfen aus allen Ecken des Spielfelds der löchrigen deutschen Deckung ein ums andere Mal Rätsel aufgaben. Beim 39:60 (23.) zeichnete sich das Debakel ab, zumal Nowitzki und Ademola Okulaja (Unicaja Malaga) zu diesem Zeitpunkt schon mit drei Fouls belastet waren. Als der Spanien-Profi sein viertes Foul kassierte (27.), stand es bereits 47:66, in der 38. Minute sogar 63:90.

Weil die hilflosen deutschen Riesen weiter nichts zu Stande brachten und der gegnerische Korb wie vernagelt war, wurden sie bis zum bitteren Ende zum Spielball der gewitzten Balten. Nur deren Fans vergriffen sich im Ton: "Deutschland kaputt" höhnten sie in hämischen Sprechchören, während die rund 300 deutschen Fans enttäuscht ihre Fahnen einrollten.

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