Detusche Entertainment jetzt weltweit Nummer zwei
DEAG übernimmt Schweizer Marktführer

adx BERLIN. Die Deutsche Entertainment AG (DEAG) besitzt seit 1. Juli 90 % der Anteile des Züricher Konzert- und Showveranstalters Good News Productions AG. Die Übernahme des Schweizer Marktführers mit rund 100 Veranstaltungen und 800 000 Besuchern im Jahr sei einer der wichtigsten Schritte der DEAG zur Absicherung der für die Zukunft "extrem wichtigen" deutschsprachigen Märkte und in der Expansionsstrategie des Entertainment-Konzerns im europäischen Raum, betonte DEAG-Chef Peter Schwenkow am Montag vor Journalisten in Berlin. Die DEAG ist nach seinen Worten nun weltweit die Nummer zwei. Der deutschsprachige Raum als zweitgrößter Weltmarkt nach den USA könne jetzt "auf sehr lange Zeit dominiert" werden. Vereint wolle man von Deutschland und der Schweiz aus in Österreich Fuß fassen und den dortigen Markt bespielen. Dabei seien voraussichtlich keine weiteren Käufe notwendig, sagte Schwenkow.

Der Erwerb von Good News erfolge über einen Aktientausch, erläuterte er DEAG-Chef. Dazu würden "weniger als 15 % neue Aktien" von der DEAG aus genehmigtem Kapital ausgegeben. Erstmals seit dem erfolgreichen Börsengang am 14. September 1998 setze das Unternehmen seine Aktie als Akquisitionswährung ein und werde dies künftig verstärkt tun. Für die DEAG gebe es dabei weder Veranlassung noch Notwendigkeit, erneut an den Kapitalmarkt zu gehen, unterstrich Schwenkow. Er wies damit einen "Spiegel"-Bericht über hohe Schulden des Unternehmens und Drängen der DG Bank zu Kapitalmarktmaßnahmen als "perfide" und Versuch eines "letzten Aufbäumens" der Wettbewerber zurück. Die DEAG habe "keine klassischen langfristigen Schulden", sondern lediglich kurzfristige Verbindlichkeiten wie etwa Vorauszahlungen an Künstler.

Rechne man die 40 Mill. Mark Kaufpreis für dem Musical-Konzern Stella heraus, sei der finanzielle Status netto sogar besser als Ende 1999, wurde betont. Die DEAG habe den Stella-Konzern schuldenfrei übernommen, und dieser schreibe im zweiten Quartal 2000, im ersten Vierteljahr danach, bei rund 60 % Auslastung der Musicals bereits eine "schwarze Null".

Nähere Angaben zu Aktientausch und Eigenkapital wollte das DEAG-Management nicht machen. Man stehe etwa an der Hälfte eines auf 18 Monate veranschlagten Konzentrationsprozesses in der Branche und wolle durch weitere Informationen derzeit laufende Gespräche nicht beschädigen, hieß es. Erwartet wird laut Schwenkow, dass das Ergebnis je Aktie durch den Good-News-Erwerb um zusätzlich einen Euro wachse. Dies sei jedoch in den DEAG-Prognosen von über 500 Mill. Mark Umsatz für das laufenden Jahr bereits enthalten.

Die Good News Productions AG unter ihrem Gründer und auch künftigen Geschäftsführer Andre Bechir decke den gesamten schweizerischen Markt von der Veranstaltungsorganisation über den Spielstättenbetrieb bis hin zu Sponsoring, Marketing und Ticketing ab. Über sie liefen alle internationalen Kontakte für die Schweiz, hob Schwenkow hervor. Good News habe zudem einen langfristigen Exklusivvertrag über die Durchführung von Konzerten, Tanzshows und Opern in der größten Mehrzweckhalle der Eidgenossenschaft, das fast 12.000 Zuschauer fassende Zürcher Hallenstadion. Zudem gibt es das führende Schweizer Musikmagazin mit mehr als einer Million Exemplare jährlich heraus. Insgesamt erreiche Good News bei einem Jahresumsatz von rund 50 Mill. Mark eine über dem Branchendurchschnitt liegende Ebitda-Marge.

An Good News ist seit 1981 der Ringier Verlag beteiligt. Das größte Schweizer Medienunternehmen gibt die auflagenstärksten Schweizer Boulevard-Zeitungen heraus. Bechir und der Ringier Verlag geben im Aktientausch mit der DEAG von ihren bisherigen 50 % jeweils 45 % ab und bleiben so mit fünf Prozent an Good News beteiligt. Für die im Gegenzug erhaltenen DEAG-Anteile bestehe keine Verpflichtung zum Halten, erläuterte ein Sprecher des Ringier Verlages. Dieser hält bereits einen nicht genannten geringeren Anteil an der DEAG. Wenn aber Aktien der DEAG abgegeben würden, geschehe dies außerbörslich an institutionelle Anleger, hieß es.

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