Deutlich gesunkenes Eigenkapital
Münchener Rück sieht sich nicht in der Krise

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sieht sich trotz eines deutlich gesunkenen Eigenkapitals und massiver Kursverluste in den vergangenen Tagen nicht in einer Krise.

HB/dpa MÜNCHEN. "Die Zeiten sind härter geworden, aber wir stecken in keiner Krise", betonte Vorstand Jörg Schneider in der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag. Neben der bereits angekündigten Ausgabe einer nachrangigen Anleihe gebe es derzeit definitiv keine Pläne für eine Kapitalerhöhung. "Kein Mensch kann angesichts der enormen Schwankungen an den Weltbörsen aber ausschließen, dass irgendwann eine Kapitalerhöhung notwendig wird."

Auch wegen der Unsicherheit über die Details der geplanten Anleihe hatte die Aktie in der vergangenen Woche innerhalb weniger Tage ein Drittel ihres Wertes verloren. Zudem hatte die Münchener Rück wegen hoher Abschreibungen auf Wertpapiere einen Verlust von 2,2 Mrd. ? für das vierte Quartal 2002 bekannt gegeben. "Wir hatten mit einer gewissen Enttäuschung gerechnet, weil unser Gewinn unter den Erwartungen der Analysten lag, aber nicht mit einem solchen Schlachtfest", sagte Schneider zur Kursentwicklung. Seit Mittwoch ist die Aktie aber wieder auf dem Kurs der Besserung.

Das genaue Volumen der Anleihe sei noch nicht festgelegt, sagte Schneider. Allerdings gebe es ein Minimum und ein Maximum der Gesamtsumme. "Mit 500 Mill. ? oder ähnlichem würden wir uns sicherlich nicht zufrieden geben." Bei einer nachrangigen Anleihe können die Besitzer ihre Forderungen erst nach den anderen Gläubigern realisieren.

Im vergangenen Jahr war das Eigenkapital der Münchener Rück von 19,4 auf rund 14,5 Mrd. ? geschmolzen. Dennoch ist das Eigenkapital nach Worten von Schneider so kalkuliert, dass die Münchener Rück selbst ein Jahr mit zwei Großschäden überstehen könne, die statistisch gesehen nur einmal pro Jahrhundert vorkommen. "Also würden wir sogar den höchst unwahrscheinlichen Fall aushalten, dass sich die Ereignisse des 11. September 2001 mit all ihren Folgen für die Finanzmärkte noch zwei Mal hintereinander wiederholen würden.

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