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Deutlich mehr Ausgaben für Tabakwaren in Deutschland

Ungeachtet der höheren Preise haben die Deutschen zum Jahresbeginn wieder stärker zu Zigaretten, Zigarren und Pfeife gegriffen.

ddp-vwd WIESBADEN/BONN. Die Raucher in Deutschland haben im ersten Quartal dieses Jahres mehr Geld für Zigaretten und Zigarren ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag in Wiesbaden wurden in Deutschland Tabakwaren im Wert von 10,1 Milliarden Mark (5,16 Milliarden Euro) versteuert. Das waren 733 Millionen Mark oder 7,8 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres 2000.

Der Verband der Cigarettenindustrie sieht in diesen Zahlen allerdings keinen Anhaltspunkt für einen gestiegenen Konsum. Im Vergleichszeitraum Anfang 2000 sei die Produktion nur deshalb niedriger als üblich gewesen, weil wegen der Jahrtausendwende Ende 1999 erheblich vorproduziert worden sei. Deshalb liege eigentlich gar keine Erhöhung des Verbrauchs vor, betonte Hauptgeschäftsführer Ernst Brückner in Bonn.

Brückner glaubt nicht, dass der Tabakkonsum in Deutschland zunehmen wird. «Wir haben ein hohes Niveau, und das wird auch so bleiben», sagte er der Nachrichtenagentur ddp. Im vergangenen Jahr seien 140 Milliarden Stück versteuerte Fabrikzigaretten verbraucht worden. Hinzu kämen mindestens 30 Milliarden Schmuggel-Zigaretten, Zigaretten etwa aus Polen und Tschechien und selbstgedrehte Glimmstängel.

Die Rahmenbedingungen fürs Rauchen hätten sich schon lange nicht mehr verändert, begründete Brückner seine Prognose. Die Diskussion "Rauchen und Gesundheit" gebe es seit 20 Jahren. Raucher seien über das Risiko informiert. "Es gibt kein neues Aha-Erlebnis", betonte Brückner. Wer jetzt rauche, werde auch weiter rauchen. Auch sei es schwer, neue Zielgruppen zu finden. Der Kampf der einzelnen Unternehmen um Marktanteile bleibe somit hart. Die Art der Werbung werde deshalb sehr wichtig sein. Es würden diejenigen Unternehmen Erfolg haben, denen es gelinge, den "Zeitgeist so in die Werbung zu kleiden, dass die Verbraucher sich identifizieren können".

Das Ergebnis des Statistischen Bundesamtes ergibt sich aus dem Steuerzeichenbezug von Herstellern und Händlern nach Abzug von Steuererstattungen für zurückgegebene Banderolen (Netto-Bezug). Die Steuerwerte der Tabakwaren-Banderolen stiegen um 9,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Mark. Die Einnahmen an Tabaksteuer kletterte um 10,4 Prozent auf 4,1 Milliarden Mark.

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