Deutlich unter Tageshoch
Rallye der Europa-Börsen jäh gestoppt

Die europäischen Aktienbörsen haben nach einer frühen Rallye in den Sektoren Technologie und Telekom ihre Gewinne im Gefolge schwacher Daten zum US-Verbrauchervertrauen wieder abgegeben und am Freitag uneinheitlich, insgesamt aber eine Spur fester geschlossen. Der DJ-Stoxx50-Index lag 0,2 Prozent im Plus bei 2823,2 Zählern.

Reuters FRANKFURT. Die Technologiewerte profitierten laut Händlern von der Anhebung der Gewinnprognose für das laufende Quartal durch Computerproduzent Dell sowie vom über Erwarten ausgefallenen Zwischenresultat des Telekomausrüsters Juniper. Alcatel führten die Liste der Gewinner in diesem Sektor mit einem Plus von gegen acht Prozent an. Telekomtitel erholten sich unter der Führung von France Telecom von den grossen Verlusten der Vortage. Auch die angeschlagenen Versicherungstitel konnten einen Teil ihrer markanten Vortagesabgaben wettmachen. Zulegen konnten ebenfalls schwer gewichtige Werte im Gesundheitssektor wie GlaxoSmithKline, AstraZeneca oder Smith & Nephew. Druck ging am Freitag von leichteren Bank- und Energietiteln aus. Mit Spannung erwartet der Markt laut Börsianern in der nächsten Woche die Zahlen für das zweite Quartal von Unternehmen wie Nokia, Ericsson oder Philips.

LONDON - Im Zuge enttäuschend ausgefallener Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen beendete die Londoner Börse den Handelstag nach anfänglich starkem Auftrieb auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Der FTSE-100-Index schloss 0,1 Prozent im Minus bei 4224,1 Zählern. Zu den grössten Abgebern gehörten die Bankwerte. Schwergewichtige Titel wie Barclays oder Royal Bank of Scotland gaben zum Schluss nach, nachdem sie im frühen Handel noch Kursavancen von über 1,5 Prozent verbuchen konnten. HBOS und Lloyds notierten gar rund zwei Prozent im Minus. Von den News von Dell profitierten die Technologietitel. ARM stiegen knapp neun Prozent. Unter den Telekomwerten erholten sich Vodafone ebenso wie Cable & Wireless von den markanten Vortagesverlusten. Pharmatitel Smith & Nephew stiegen 6,7 Prozent, GlaxoSmithKline 2,9 Prozent und AstraZeneca 1,2 Prozent.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen nach volatilem Verlauf fester. Zunächst hatte eine technische Erholung nach den markanten Vortagesverlusten für deutlich höhere Kurse gesorgt. Danach bröckelten die Preise ab, zogen dann aber mit der Erholung der US-Börsen gegen Handelsschluss wieder an. Der SMI, schloss um 1,2 Prozent höher bei 5604,7 Punkten. Die Technologiewerte profitierten von den positiven Nachrichten von Dell und von den Hoffnungen, dass auch Intel den Markt positiv überraschen könnte. Kudelski, Unaxis, SEZ, Esec und Logitech legten markant zu. Roche rückten 1,5 Prozent und Novartis 2,5 Prozent vor. Uneinheitlich schlossen nach den Vortagesabgaben die Versicherer.

PARIS - Kursgewinne beim Indexschwergewicht France Telecom verhalfen der Börse Paris zu einem leicht festeren Schluss. Der Blue Chip-Index CAC-40 legte marginale 0,04 Prozent auf 3513,3 Punkte zu. France Telecom sprangen nach Veröffentlichung eines Interviews mit dem französischen Finanzminister Francis Mer über 12 Prozent nach oben. Mer schloss eine Renationalisierung des Telekombetreibers aus. Die Regierung sei als Anteilseigner jedoch bereit, bei Finanzproblemen zu helfen. Kursavancen von 6,2 Prozent konnte auch die Tochtergesellschaft Orange verbuchen. Bei den Techwerten stachen Alcatel, STMicroelectronics und CapGemini hervor. Die in letzter Zeit arg gebeutelten Vivendi Universal rückten knapp sechs Prozent vor. Im Minus notierten die Banken.

FRANKFURT - Positive Nachrichten von US-Technologieunternehmen vom Vortag verhalfen am Freitag den deutschen Techwerten zu teilweise kräftigen Gewinnen und stützten auch den Gesamtmarkt. Schwache US-Konjunkturdaten drückten den Dax allerdings kurzzeitig ins Minus. Neben den Technologiewerten wie Infineon waren auch die Aktien der Deutschen Telekom stark gefragt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg um 0,3 Prozent auf 4130 Zähler. Nach ihrem 14-prozentigen Einbruch des Vortages legten die Papiere von SAP zunächst um bis zu 6,2 Prozent zu. Der Software-Hersteller hatte am Donnerstag seine Umsatzprognose gesenkt. Ihr Tageshoch konnten die SAP-Titel angesichts mehrerer Herabstufungen allerdings nicht halten und lagen am Ende nur noch mit 2,8 Prozent im Plus. Die T-Aktie verteuerte sich indes um 3,8 Prozent, während Infineon 3,7 Prozent anzogen.

BENELUX - Die Benelux-Börsen notierten uneinheitlich. Während der Amsterdamer AEX-Index 0,2 Prozent auf 391,0 Punkte verlor, legte der Brüsseler BEL20-Index 0,4 Prozent auf 2337,6 Punkte zu. In Amsterdam mussten Philips Kursabgaben von 0,4 Prozent hinnehmen; die Titel lagen im Verlauf zeitweise über vier Prozent im Plus. Zu den grössten Verlierern gehörten die Papiere des Zwischenhändlers Hagemeyer, die 6,1 Prozent verloren, und diejenigen des Grosshändlers Laurus mit einem Minus von über 13 Prozent. In Brüssel legten Delhaize gegen ein Prozent zu.

MAILAND - Die Börse Mailand drehte nach anfänglichen Gewinnen ins Minus. Der Mib30-Index büsste 0,8 Prozent auf 26.246 Punkte ein. Das Feld der Verlierer führten Banken, Finanzwerte und Versicherer an. Händler verwiesen auf Sorgen der Anleger über die mangelnde Transparenz bei Capitalia. Capitalia verloren sechs Prozent. Bipop, seit der Übernahme durch Banca di Roma ein Teil der Capitalia-Gruppe, gaben knapp fünf Prozent nach. Die Versicherer Alleanza und Generali notierten 2,8 und 1,8 Prozent im Minus.

MADRID - An der Madrider Börse stieg der Standardwerteindex Ibex 35 1,3 Prozent auf 6724,6 Zähler. Nach den Verlusten in der zu Ende gehenden Woche seien nun Schäppchenjäger auf den Plan getreten, hiess es. Schwergewicht Telefonica kletterte 5,1 Prozent. Zu den grössten Gewinnern gehörten auch die Papiere des Windenergie-Unternehmens Gamesa sowie der Technologiefirma Indra Sistemas. Unter Druck standen in Erwartung eines enttäuschenden Sommergeschäftes Hotelaktien und Iberia.

SKANDINAVIEN - Die skandinavischen Börsen notierten leicht fester. Der Stoxx Nordic Index lag 0,3 Prozent im Plus bei 258 Punkten. Von der europaweiten Rallye im Telekomsektor profitierten Sonera und Telia. Während Sonera 2,6 Prozent anzogen, gewannen Telia 3,2 Prozent. Die Telekomausrüster Nokia und Ericsson gaben frühe, im Soge der Juniper-News gemachte Gewinne ab und notierten gehalten.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt notierte am Freitag mit geringem Volumen etwas fester. Der ATX-Index schloss mit 1218,5 Punkten um 0,1 Prozent höher. Erste Bank lagen nach der Kapitalerhöhung vom Vortag unverändert bei 71,5 Euro. Fester waren Andritz und Telekom Austria. Händler sprachen von einer technischen Erholung nach den Rückgängen der vergangenen Tage.

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