Deutlich weniger Beschäftigte
Bauwirtschaft brechen die Aufträge weg

Die seit Jahren gebeutelte deutsche Bauwirtschaft hat im April erneut einen Einbruch bei den Neuaufträgen hinnehmen müssen.

Reuters WIESBADEN. Preisbereinigt hätten die Betriebe der Branche 14,5 % weniger Aufträge erhalten als im April 2002, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Die Nachfrage sei im Hochbau um 14,3 % und im Tiefbau um 14,8 % gesunken. Für die Monate Januar bis April errechnet sich nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) damit ein Auftragsrückgang von 14,9 %. Der Verband forderte die Politik auf, die Eigenheimzulage nicht anzutasten.

Die Schwäche der Bauwirtschaft zu Jahresbeginn war mit dafür verantwortlich, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Vierteljahr zum Vorquartal schrumpfte. Angesichts des schwachen Starts haben inzwischen die Branchenverbände ihre Umsatzprognosen 2003 deutlich gesenkt. Der HDB bekräftigte am Dienstag seine Prognose für einen erwarteten Umsatzrückgang von sechs Prozent und dem Verlust von 60 000 Arbeitsplätzen. Im April beschäftigten die Baubetriebe 795 000 Mitarbeiter - 11,4 % weniger als vor einem Jahr. Die Umsätze lagen mit rund 6,8 Mrd. ? rund fünf Prozent unter Vorjahresniveau.

Nach Angaben des Statistikamtes lagen die Umsätze in den ersten vier Monaten sogar um 10,4 % unter dem Niveau des Vorjahres. In einer Umfrage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) hatten die Firmen ihre Geschäftslage auch im Mai als unbefriedigend eingestuft.

Der Bauverband stemmte sich gegen zusätzliche Belastungen für die Branche. "Eine Abschaffung der Eigenheimzulage zu Gunsten von Steuersenkungen kommt auf Grund der anhaltenden Konjunktur- und Strukturkrise im deutschen Hauptgewerbe nicht in Frage", erklärte HDB-Hauptgeschäftsführer Michael Knipper.

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