Deutliche Erholung bei EM-TV
Neuer Markt: Verluste im Sog der schwachen Nasdaq

Am frühen Nachmittag ist der Neue Markt durch die negativen Einflüsse von der Nasdaq in die Minuszone gezogen worden.

dpa-afx FRANKFURT. Nach einem Erholungsversuch im Mittagsgeschäft ist der Neue Markt von einer Schockwelle aus den USA erfasst und dabei am frühen Nachmittag nach unten gerissen worden. Der Nemax 50 verlor bis 16.20 Uhr 4,32% auf 3 139,36 Punkte, nach einer Tagesschwankung zwischen 3 289 und 3 098 Zählern. Der Nemax-All-Share fiel wieder unter die Marke von 3 000 Punkten und verlor zuletzt 3,85% auf 2 995,59 Punkte.

"Wir sind weiter im Abwärtstrend. Und solange der nicht durchbrochen wird, sind kaum Lichtblicke für den Gesamtmarkt zu sehen", sagte Patrick Buarque, Händler bei DG Bank. Es müssten aber erst wieder Käufer in den Markt hineinkommen, wofür momentan einfach das Vertrauen fehle. Hier wurde das letzte Quentchen verspielt, nachdem die ehemaligen Lieblinge enttäuscht hätten und unter Druck geraten seien. Vielleicht könnten die geplanten neuen Regularien der Deutsche Börse AG ein Stück Vertrauen wieder zurückbringen, hofft Buarque. Nachdem institutionelle Anleger zuletzt stark verkauft hätten, kehrten diese bisher und vermutlich auf absehbare Zeit nicht wieder in den Markt zurück.

Mobilcom ist der zweite ehemalige Liebling am Neuen Markt, der nach der EM-TV & Merchandising AG in Turbulenzen geraten ist. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Morgen die Liquiditätslage des Telefonunternehmens vor dem Hintergrund des enormen Finanzierungsbedarfs für die UMTS-Lizenzen in Frage gestellt. Mobilcom und Hutchison Whampoa hätten offenbar Probleme die benötigten Bankkredite über 9,7 Mrd. Euro zu bekommen. In einem Fernseh-Interview am Nachmittag habe Mobilcom-Chef Gerhard Schmid allerdings einen positiven Eindruck hinterlassen und den Kursrutsch der Aktien zunächst aufgehalten, bemerkte ein Frankfurter Händler.

EM-TV & Merchandising , das Sorgenkind der Vortage, konnte sich nach Anschlussverkäufen im frühen Handel zuletzt deutlich erholen und verzeichneten ein Plus von zuletzt 8,00% auf 6,75 Euro. Das Tagestief hatte bei 5,56 Euro gelegen. Händlern zufolge hätten zunächst Gerüchte über ein mögliches Scheitern des geplanten Einstiegs der Münchner Kirch-Gruppe bei dem angeschlagenen Medienkonzern die Aktien belastet. Diese wurden dementiert.

Trintech Group konnten sich gegen den Trend im Nemax 50 zuletzt kräftig um 12,20% auf 9,10 Euro erholen. Einem Frankfurter Händler zufolge seien auf der Nachrichtenseite keine Gründe für den Kursanstieg auszumachen. Trintech sei einer der gefallenen Engel des Neuen Marktes und habe zuletzt stark unter Druck gestanden - nun habe der Verkaufsdruck aber wieder nachgelassen.

Trius konnten als ein Wert aus der zweiten Reihe deutlich zulegen und von der Übernahme des Systemhauses spirit.sys profitieren, das sich auf das Geschäft mit EDV- und Telekommunikations Hard- und Software spezialisiert hat. Zudem steigerte Trius den Umsatz im ersten Halbjahr 2000/2001 im Jahresvergleich um 341% auf 3,79 Mio. DM stärker als vom Unternehmen geplant. Die Aktien reagierten mit einem Kurssprung um 12,70% auf 10,19 Euro.

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