Deutliche Expansion auf einem stagnierenden Markt
Gerry Weber auf den Spuren von Boss

Der Chef des Bekleidungsherstellers Gerry Weber International AG, Gerhard Weber, hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen. Er will die Position des Unternehmens im Markt für "die gehobene Mitte" der Damenmode festigen. Gerry Weber soll - so Webers Vorstellung - einen genauso guten Klang erhalten wie der Name des Börsenlieblings Hugo Boss. Mit Macht will Konzernchef Weber das Image des Unternehmens verbessern.

rv HANDELSBLATT DÜSSELDORF. Dabei soll der gezielte Aufbau eines Lizenzgeschäfts helfen. Durch die Arrondierung des Bekleidungssortiments um Schuhe, Taschen, Brillen, Uhren, Schmuck und später Parfüm sowie Unterwäsche soll die Gerry Weber International AG zum Lifestyle-Konzern entwickelt werden, der alles bereit hält, was der Kunde für die Verwirklichung seines Lebensstils benötigt. Noch steckt das Lizenzgeschäft in den Anfängen - die ersten Verträge wurden im Vorjahr abgeschlossen und die Erträge summieren sich erst auf 269 000 DM.

Bis 2004, so erläutert Weber bei Vorlage der Bilanz in Düsseldorf, sollen die Lizenzgewinne aber schon rund 16 Mill. DM ausmachen. Bis dahin will der Bekleidungshersteller aus dem westfälischen Halle auch den Umsatz auf über 1 Mrd. DM und die Gewinne auf 120 bis 160 Mill. DM ausweiten. Für die kommenden 24 Monate wurde ein jährliches Umsatzwachstum von 25 % auf 1 Mrd. DM veranschlagt.

Dass er diese Zielmarke erreichen kann, davon ist Weber überzeugt. Mit seinen neu entwickelten Multistores, das sind Filialen, die unter dem Namen "House oft Gerry Weber" ausschließlich mit den fünf hauseigenen Marken bestückt sind, will er die Expansion beschleunigen. Einige Standorte werden in eigener Regie betrieben, andere von Franchise-Partnern. Jüngst konnte Weber den Stuttgarter Bekleidungshändler Breuninger für einen Multistore in Sindelfingen gewinnen. Fünf Standorte wurden bis Ende 2000 in Berlin, Hamburg, Bielefeld, Moskau und Paris errichtet, 40 Houses of Gerry Weber sollen bis 2004 europaweit entstehen. Den Lizenzvertrag mit Etienne Aigner hat Weber dagegen zur Frühjahr-Sommerkollektion 2001 gekündigt, weil er sich durch die Bedingungen eingeengt fühlte. Das Segment will er mit dem eigenen Label "Yomanis" bedienen.

Obwohl der Modeschneider auf dem stagnierenden Bekleidungsmarkt ein Umsatzwachstum von 13,4 % auf 658,8 Mill. DM erzielen und das Betriebsergebnis um 17,6 % auf 58,8 (50) Mill. DM steigern konnte, gaben die Namensaktien in Frankfurt um über 1 % auf 9 Euro nach. Zur Pflege des Kurses will Weber - neben dem jüngsten Aktienrückkaufprogramm - in Zukunft stärker auf Analysten-Treffen setzen, um "unsere Erfolgsstory nach außen zu tragen", wie er anmerkt.

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