Deutliche höhere Verluste als angenommen
Gontard & Metallbank ringt um ihre Existenz

Die Gontard & Metallbank wird einen testierten Jahresabschluss für ihr Geschäftsjahr 2000/2001 nach hartem Ringen vorlegen.

po FRANKFURT/M. Allerdings fällt der Verlust nach Steuern per 30. September mit 50,3 Mill. Euro mehr als doppelt so hoch aus, wie zunächst angenommen. Dies teilte die Gontard & Metallbank am Freitag nach einer vom Mittag bis in die späten Abendstunden dauernden Bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung mit.

Bislang ging das Institut von 25 Mill. Euro Verlust aus. Doch bereits Anfang letzter Woche hatte Bank-Chef Lothar Mark höhere Verluste angekündigt. Die Gontard & Metallbank hat sich stark als Emissionhaus am Neuen Markt engagiert. Vergangenes Jahr, als dieses Geschäft noch lief, wies das Institut einen Jahresüberschuss vor Steuern von 52,8 Mill. Euro aus.

Grund für das schleche Ergebnis in diesem Jahr sind beträchtliche Verluste im Kreditgeschäft sowie im Beteiligungsportfolio. Dies soll durch eine Konsolidierung des Kreditgeschäfts sowie einer Reduzierung der Risikoaktiva verbessert werden.

Schwierigkeiten um das Testat für den Jahrsabschluss gab es, nachdem eine Prüfung des Einlagensicherungsfonds der privaten Banken offensichtlich zu Recht einen deutlich höheren Wertberichtigungsbedarf festgestellt hat, als von der Bank und zunächst auch der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG angenommen. "Der Einlagensicherungsfonds ist derzeit stark sensibilisiert durch die Schmidt-Bank", heißt es hierzu in Finanzkreisen. "Die prüfen im Moment über kritisch und stellen jede Zahl in Frage."

Prüfungen bei allen Banken

Einen konkreten Anlass für die Prüfung durch den Einlagesicherungsfonds gab es nicht. "Solche Prüfungen gibt es in unregelmäßigen Abständen bei allen Banken", sagte ein Mitarbeiter des Bundesverbandes deutscher Banken. Im vergangenen Jahr führte der zum Sicherungssystemd er privaten Banken gehörenden Prüfungsverband 56 Prüfungen bei den derzeit rund 250 Mitgliedsinstituten durch. Es wurden "insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse" erzielt, heißt es im Bericht des Vorstands auf der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2001.

Durch den unerwartet hohen Verlust kommt die Gontard & Metallbank nun aber auch in Eigenkapitalnöte. Die haftenden Eigenmittel nach Kreditwesengesetzt (KWG) sind auf nur noch 40 Mill. Euro zusammengeschmolzen. Aus diesem Grunde kündigte das Institut an, eine Kapitalerhöhung aus genehmigten Kapital in Höhe von 15 Mill. Euro durchzuführen.

Bemerkenswert ist, dass auch der Großaktionär der Gontard & Metallbank, die Gold-Zack-Gruppe an der Kapitalerhöhung entspechend ihres Anteils von rund 44 % teilnimmt. Denn vor rund zwei Wochen wurde die Deutsche bank beuaftragt einen Interessenten für dieses Paket zu finden. Dass diese Bemühungen noch zu keinem Ergebnis geführt haben, begündete ein Sprecher der Gontard & Metallbank mit der kurzen Zeitspanne. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Institut ein "deutlich positives operatives Ergebnis", sagte eine Sprecherin.

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