Deutliche Kursverluste bei Technologie- und Telekom-Aktien
Greenspan und Tech-Aktien belasten Europas Börsen

Reuters FRANKFURT. Deutliche Kursverluste bei Technologie- und Telekom-Aktien und verringerte Hoffnungen auf US-Zinssenkungen infolge der Äußerungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan haben am Mittwoch Europas Börsen belastet. Die Indizes aller großen Aktienmärkte Europas notierten bis zum Mittag schwächer und setzten damit die negative Tendenz der US-Märkte vom Vortag fort. Die Papiere von Telefon-Konzernen wie Deutsche Telekom, British Telecom oder France Telecom sackten zum Teil auf die niedrigsten Stände seit mehr als zwei Jahren ab. Der Euro stabilisierte sich derweil bei knapp 92 Cents. Die Euro-Renten erholten sich leicht von ihren Vortagsverlusten.

Um durchschnittlich rund ein Prozent notierten die Kursbarometer der großen europäischen Aktienmärkte am Mittag im Minus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor ebenso wie der Londoner FTSE 1,1 %. Der CAC-40-Index in Paris büßte 1,3 % und Ibex in Madrid 2,1 % ein. Der Stoxx-Index für die 50 größten Werte aus den Ländern der Europäischen Union sowie der Schweiz und der Euro-Stoxx für Blue-Chips aus der Euro-Zone gaben um rund 1,4 % nach. Die Branchenindizes beider Barometer für Telekom - und Technologie-Aktien gaben um jeweils rund vier Prozent nach. Auch der Frankfurter Neue Markt für Wachstums- und Technologiefirmen zeigte sich mit einem Abschlag von rund drei Prozent deutlich schwächer. Am Vortag hatte die US-High-Tech-Börse Nasdaq bereits 2,5 % schwächer geschlossen, während der Dow-Jones-Index 0,4 % verlor.

Händlern zufolge machten erneut Ängste vor enttäuschenden Ergebnissen bei Technologie-Konzernen die Runde. Die Branche war in den vergangenen Monaten mehrfach von Gewinnwarnungen führender Firmen belastet worden. Die Telekommunikationswerte wurden durch Zweifel an der Finanzkraft der Unternehmen infolge der hohen Kosten für den Erwerb von UMTS-Mobilfunklizenzen zusätzlich belastet. "Es macht sich die Erkenntnis breit, dass UMTS nicht so schnell Geld bringt wie angenommen", sagte ein Händler. Zahlreiche Telefon-Konzerne haben Milliardenbeträge für die Lizenzen der neuen Mobilfunk-Generation bezahlt, was schwer auf den Bilanzen liegt. Bonitäts-Beobachter wie Moody's oder Standard & Poor's hatten sich in jüngster Vergangenheit bereits kritisch über die Schuldenlast bei den Telekom-Firmen geäußert.

Eine zweite Belastung für die Aktienmärkte brachte Händlern zufolge Greenspan, der am Dienstag vor dem US-Senat eine auf langfristige Sicht eher positive Prognose für die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft abgegeben hatte. Die US-Konjunktur werde sich in den kommenden Monaten weiter abschwächen, das Abrutschen in eine Rezession sei jedoch nicht zu befürchten. hatte der Chairman der US-Notenbank gesagt. Vielmehr sei bereits in der zweiten Jahreshälfte mit einer Entspannung zu rechnen. Dieser positive Ausblick dämpfte nach Angaben von Marktteilnehmern die Erwartungen auf kräftige und dauerhafte Zinssenkungen. Geringere Zinsen verbilligen die Geldaufnahme für Unternehmen und Konsumenten für Investitionen und private Ausgaben.

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