Deutliche Mehrheit
Blatter gewinnt Machtkampf an der Fifa-Spitze

Der Präsident des Weltfußballverbandes Fifa, Joseph Blatter, ist am Mittwoch in Seoul nach Angaben der Organisation wiedergewählt worden.

rtr SEOUL. Mit 139 zu 56 Stimmen votierten die Delegierten der nationalen Fußballverbände auf ihrem Kongress in der südkoreanischen Hauptstadt für den 66-jährigen Schweizer. Sein Herausforderer Issa Hayatou aus Kamerun unterlag klar. Blatter wurde für eine zweite vierjährige Amtszeit gewählt. Kritiker werfen ihm jedoch Misswirtschaft und Machtmissbrauch vor. Der südkoreanische Fifa-Vizepräsident Chung Mong Joon hatte Blatter bei der Eröffnung des Wahlkongresses beschuldigt, den guten Ruf der Fifa beschädigt zu haben. Unmittelbar vor der Abstimmung hatte der erstmals 1998 an die Spitze der Organisation gewählte Blatter erneut alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück gewiesen. Er sei reinen Gewissens, sagte er zu den Delegierten.

Der Fifa-Vizepräsident David Will hatte am Vortag am Rande des Sonderkongress der Organisation gesagt, Blatter habe eine falschen Bericht über die Finanzen des Verbandes vorgelegt. Interne Kritiker hatte Blatter während der Sitzung nicht zu Wort kommen lassen. Der Kongress war von zahlreichen Unmutsbekundungen der rund 200 Delegierten begleitet worden.

Anfang Mai hatten mehrere Mitglieder des Fifa - Exekutivkomitees bei der Staatsanwaltschaft Zürich eine Klage gegen ihren Verbandspräsidenten wegen Misswirtschaft eingereicht. Zu den Klägern gehören Blatters Herausforderer Hayatou, Fifa-Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen und der Präsident des europäischen Fußballverbandes UEFA, Lennart Johansson. Dem Bericht einer internen Untersuchungskommission zufolge erwirtschaftete die Fifa in den vergangenen vier Jahren während Blatters Amtszeit einen Reinverlust von rund 323 Mill. ?. Der von dem Verband offiziell erwartete Verlust für den selben Zeitraum beträgt dagegen rund 92 Mill. ?.

Blatter war trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe von der Mehrheit der nationalen Fußballverbände unterstützt worden. Seine Wiederwahl galt als wahrscheinlich.

Die Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan beginnt am Freitag mit dem Eröffnungsspiel von Titelverteidiger Frankreich gegen Senegal in Seoul. Das Finale findet am 30. Juni in Yokohama bei Tokio statt.

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