Deutliche Mehrheit der CDU-Fraktion
Milbradt offiziell Kandidat für Biedenkopf-Nachfolge

Sachsens CDU-Vorsitzender Georg Milbradt ist jetzt offiziell Nachfolgekandidat für den scheidenden Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU). Die CDU-Fraktion nominierte ihn am Montag für die Wahl im Landtag mit 64 Stimmen. Sieben Abgeordnete sprachen sich gegen Milbradt aus.

dpa DRESDEN. Damit gilt die Wahl des früheren Finanzministers angesichts der absoluten Mehrheit der CDU am Donnerstag im Landtag als sicher. Drei Abgeordnete fehlten bei der geheimen Abstimmung, darunter Regierungschef Biedenkopf. Zwei Parlamentarier enthielten sich der Stimme.

Der 57-jährige Milbradt nannte das Ergebnis eine gute Ausgangsposition für die Abstimmung im Parlament am Donnerstag. "In der Demokratie reicht die Mehrheit", kommentierte Milbradt die Gegenstimmen, mit denen er nach den innerparteilichen Auseinandersetzungen seit seiner Entlassung als Finanzminister Anfang 2001 gerechnet hatte.

PDS und SPD wollen Milbradt nicht wählen

"Damit können wir ganz beruhigt in den Donnerstag gehen", sagte auch Fraktionschef Fritz Hähle, der sich in der Vergangenheit mehrfach gegen Milbradt ausgesprochen hatte. Das Abstimmungsergebnis für Milbradt signalisiere zwar bestimmte Vorbehalte, die CDU werde aber nun an einem Strang ziehen, sagte Hähle. Im Landtag stellt die CDU 76 von 120 Abgeordneten. PDS und SPD wollen Milbradt nicht wählen.

Für den Fall seiner Wahl zum Regierungschef kündigte Milbradt zügige Gespräche zur Kabinettsbildung an. Bislang steht fest, dass vier Minister aus dem jetzigen Kabinett die Regierung verlassen werden: Vize-Regierungschef und Sozialminister Hans Geisler, Wissenschaftsminister Hans Joachim Meyer, Wirtschaftsminister Kajo Schommer und Justizminister Manfred Kolbe.

Milbradt war bereits Anfang März auf einem CDU-Sonderparteitag gegen den ausdrücklichen Willen Biedenkopfs als dessen Nachfolger nominiert worden. Der 72-jährige Biedenkopf, der nach Affären und innerparteilichem Druck Anfang Januar seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt hatte, gibt am Mittwoch im Landtag seine letzte Regierungserklärung ab. Ein neuer Landtag wird erst im Herbst 2004 gewählt.

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