Deutliche Mehrheit ist weiter gegen den Krieg: Merkel rutscht in Umfragen weiter ab

Deutliche Mehrheit ist weiter gegen den Krieg
Merkel rutscht in Umfragen weiter ab

Auch nach der Einnahme Bagdads durch US-Truppen zahlt sich die strikte Ablehnung des Irak-Kriegs für die SPD und Bundeskanzler Gerhard Schröder in Umfragen noch aus.

HB/dpa MAINZ. Zum dritten Mal in Folge konnte die SPD in der "Sonntagsfrage" des ZDF - Politbarometers leicht zulegen. Zugleich schmilzt der haushohe Vorsprung der Union. Ähnlich ist es bei den Beurteilungen der Spitzenpolitiker: In der am Freitag veröffentlichten Hitliste der wichtigsten Politiker hat sich Schröder trotz aller Kritik an seinen Reformplänen stabilisiert. Dagegen rutscht CDU-Chefin Angela Merkel seit ihren Solidaritätsbekundungen für die USA immer weiter ab.

Nach wie vor spricht sich die überwältigende Mehrheit der Deutschen gegen den Krieg im Irak aus. 78 Prozent finden den Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten falsch, 18 Prozent richtig. Mit der Irak-Politik der Bundesregierung sind 77 Prozent einverstanden, 20 Prozent nicht. Die klare Zustimmung zieht sich durch die Anhänger aller Parteien.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD nun auf 33 Prozent, ein Punkt mehr als vor zwei Wochen und drei Punkte mehr als Anfang Februar. Die Union sackt um zwei Punkte auf 45 Prozent. Die FDP kann um einen Punkt leicht auf 6 Prozent zulegen. Die Grünen und die PDS verharren unverändert bei 9 und 4 Prozent. Union und FDP hätten damit noch immer eine klare Mehrheit.

In der Beurteilung der Politiker belegen Regierungspolitiker die ersten fünf Plätze. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) führt die Liste auf der Skala von plus 5 bis minus 5 mit 2,3 (Ende März: 2,4) weiterhin an. Auf den folgenden Plätzen: Arbeitsminister Wolfgang Clement, Innenminister Otto Schily, Verteidigungsminister Peter Struck und Schröder (alle SPD).

Es folgen Unionsfraktionsvize Friedrich Merz, CSU-Chef Edmund Stoiber, Finanzminister Hans Eichel (SPD). Merkel verliert auch in den letzten beiden Wochen sehr stark und liegt inzwischen auf Platz neun. Ende Februar hatte sie noch auf Platz zwei gelegen. Schlusslicht der Top-Ten ist Guido Westerwelle.

Nur noch 28 Prozent der Wahlberechtigten meinen, die CDU stehe voll hinter der Politik Merkels, 65 Prozent vermuten das Gegenteil. Das ist ein nahezu umgekehrtes Bild gegenüber Februar (54 Prozent ja, 39 Prozent nein).

Allerdings hat Schröder der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zufolge einen noch geringeren Rückhalt in seiner Partei: 24 Prozent sagen, die Partei stehe hinter ihm, 69 Prozent nehmen das nicht an.

Die Vorschläge des Bundeskanzlers zur Reform der sozialen Sicherungssysteme gehen 25 Prozent aller Befragten zu weit, 35 Prozent meinen, die Vorschläge gehen nicht weit genug, und 21 Prozent sagen, die Vorschläge seien gerade richtig.

Die große Mehrheit von 82 Prozent glaubt nicht, dass der Sieg der Amerikaner im Irak zu einem dauerhaften Frieden in der Region führt. Nach Ende des Krieges sollte Deutschland nach Ansicht von 51 Prozent der Befragten ausschließlich humanitäre Hilfe für die irakische Bevölkerung leisten, 13 Prozent meinen, Deutschland sollte auch finanzielle Hilfe für den Aufbau beisteuern. 28 Prozent sagen, Deutschland solle sich im Rahmen eines UNO-Friedenseinsatzes auch mit Soldaten beteiligen.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hatte in der Zeit vom 7. bis 10. April 1297 Wahlberechtigte befragt. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.

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