Deutliche Senkung
Schering-Plough reduziert Gewinnprognose

Der US-Pharmakonzern Schering-Plough hat wegen heftiger Konkurrenz bei einigen seiner Topmedikamente die Gewinnerwartungen für 2003 heruntergeschraubt.

Reuters NEW YORK. Für das zweite Quartal dieses Jahres werde nur noch mit einem Gewinn je Aktie von zwölf Cent gerechnet, teilte das in Kenilworth im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Unternehmen am Montag mit. Die bisherigen Analystenerwartungen lagen dagegen im Durchschnitt zuletzt bei 18 Cent je Aktie. Auch sei es möglich, dass der Gewinn im zweiten Halbjahr unter den geschätzten 24 Cent je Aktie der ersten sechs Monaten liegen könnte, erklärte der Konzern weiter. Analysten hatten für die zweite Jahreshälfte bislang 37 Cent je Anteilsschein prognostiziert.

Die verkaufsstarken Medikamente des Konzerns gegen Allergien und Hepatitis C seien starker Konkurrenz ausgesetzt, begründete das Unternehmen die reduzierten Erwartungen. Schering-Plough hatte in den vergangenen Jahren gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. So wurden dem Unternehmen rund 500 Millionen Dollar an Strafen für ausbleibende Verbesserungen schlampiger Produktionsweisen auferlegt worden. Dazu kam eine Untersuchung der Behörden zu den Vermarktungspraktiken des Konzerns. Überdies war im vergangenen Dezember das US-Patent für das Top-Allergiemedikament Claritin ausgelaufen, das einst Jahresumsätze von rund drei Milliarden Dollar generiert hatte. Das Mittel ist mittlerweile rezeptfrei verkäuflich und soll in diesem Jahr nur noch weniger als 500 Millionen Dollar erwirtschaften. Früher erzielte das Unternehmen mit Claritin das Sechsfache an Jahresumsatz.

Der neue Konzernchef Fred Hassan hatte zwar eine Wende bei Schering-Plough angekündigt, dabei aber zunächst eine schwächere Gewinnentwicklung in Aussicht gestellt. "Unser Ziel für Schering-Plough ist es, eine solide Basis für Wachstum zu legen", wurde Hassan am Montag in einer Pressemitteilung zitiert. Es gehe nicht um hastige Lösungen. Hassan hatte im April das Amt an der Spitze des Konzerns übernommen, nachdem sein Vorgänger Richard Kogan in den Ruhestand getreten war. Der US-Konzern hatte bereits für das erste Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang von 71 Prozent ausgewiesen.

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