Deutlicher Anstieg seit 1998 – Zahl der Bafög-Anträge steigt deutlich
Mehr junge Leute strömen an die Uni

Studieren kommt wieder in Mode: Im vergangenen Jahr begannen deutlich mehr junge Menschen ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule als 1998. 2001 begannen 32,4 Prozent eines Alterjahrgangs ein Studium, 1998 waren es nur 27,7 Prozent, berichtet das Bundesbildungsministerium.

dpa/HB BERLIN. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit aber immer noch hinter der anderer Industriestaaten, wo im Schnitt 40 Prozent eines Jahrganges studieren.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wertete dies als "klaren Erfolg" der Bafög- und der Studienreform. "Wir müssen auf diesem Weg weitergehen, weil es in Zukunft immer weniger Jobs für schlecht qualifizierte Menschen gibt, der Arbeitsmarkt zugleich aber nach immer mehr Hochschulabsolventen ruft", sagte Bulmahn.

In der Bundesrepublik gibt es im Vergleich mit anderen Industriestaaten erheblich weniger Abiturienten und Berechtigte für das Studium an einer Fachhochschule (FH). Gleichzeitig verzichtete Mitte der 90er Jahre fast jeder vierte Abiturient und junge Mensch mit FH-Reife auf sein Studium. In den 70er Jahren war dagegen für Abiturienten das Studium noch nahezu selbstverständlich. Über 90 Prozent gingen nach dem Gymnasium zur Universität.

Für Bulmahn belegen die Zahlen, wie dringend notwendig die Bafög- Reform gewesen sei. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerkes (DSW) ist im vergangenem Jahr die Zahl der Bafög-Anträge sprunghaft gestiegen, in den alten Ländern um 20 Prozent, in den neuen Ländern sogar um 27 Prozent.

Bulmahn: "Auch junge Menschen aus einfachen Verhältnissen können ein Studium meistern, wenn sie ausreichend Unterstützung finden." Neben der Bafög-Förderung habe der Bund zugleich seine Stipendien für Hochbegabte wie für deutsche Studierende im Ausland deutlich ausgeweitet.

Insgesamt stieg die Zahl der geförderten Studierenden von 244 696 (1998) auf 291 245 (2002). Dies entspricht einem Zuwachs von 19 Prozent. Auch die Zahl der vom Bund geförderten Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler wurde im gleichen Zeitraum um 25 Prozent erhöht - und zwar von 35 042 auf derzeit 43 693.

Quelle: Handelsblatt

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