Deutlicher Auftragsrückgang
Babcock Borsig erwartet ausgeglichenes Ergebnis

Die Babcock Borsig AG, Oberhausen, erwartet für das Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) ein "allenfalls ausgeglichenes operatives Ergebnis".

vwd OBERHAUSEN. Wie der Vorstand in seinem Zwischenbericht zum ersten Quartal am Donnerstag hinzufügte, soll der Auftragseingang des Konzerns zum Ende des laufenden Geschäftsjahres rund 6,3 Mrd. EUR erreichen und damit um rund 26 Prozent über Vorjahr liegen. Der entsprechende Umsatzwert liege bei 4,6 Mrd EUR, abrechnungsbedingt etwa plus 16 Prozent. Der Auftragsbestand werde sich zum Jahresende auch gegenüber dem hohen Niveau zum 31. Dezember 2001 (rund elf Mrd. EUR) positiv entwickeln.

Im ersten Quartal 2001/02 ging der Auftragseingang im Konzern auf 950 Mill. (Vorjahr 2,184 Mrd) EUR zurück. Der Umsatz nahm leicht auf 740 (690) Mill. EUR zu, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verschlechterte sich auf minus 72 (minus 58) Mill. EUR. Zum Quartalsende verfügte der Konzern über einen Auftragsbestand von 10,789 (11,390) Mrd. EUR. In einer ersten Einschätzung der Geschäftszahlen meinte ein Analyst, der Ausblick sei entscheidend, und der sei für das Gesamtjahr vorsichtig wie bisher. Das Umsatzvolumen liege aber etwas unter den Erwartungen. Der Aktienkurs fiel nach Bekanntgabe der Quartalszahlen am Vormittag um 6,1 Prozent auf 8,45 EUR.

Zurückhaltung bei der Auftragsvergabe, fehlende Abrechnungen und eine in vielen Bereichen schwache konjunkturelle Entwicklung hätten den Verlauf des ersten Quartals 2001/02 gekennzeichnet. Die Verbindlichkeiten des Konzerns lagen am Ende der Berichtszeit um 25 Mill. EUR über dem Niveau zum Ende des Geschäftsjahres 2000/01. Während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 110 Mill. EUR und die sonstigen Verbindlichkeiten um 80 Mill. EUR gegenüber dem 30. September 2001 stiegen, wie das Unternehmen ausführte, konnten diejenigen aus Lieferungen und Leistungen um 109 Mill. EUR zurückgeführt werden. Die Zahl der Mitarbeiter betrug 26 769 (27 252).

Vergleiche mit dem Vorjahr seien nur bedingt aussagefähig, heißt es im Lagebericht. Dies begründet die Gesellschaft mit den veränderten Konzernstrukturen, vor allem durch Desinvestitionen, Neuerwerbungen und Umstrukturierungen. Im umsatzstärksten Geschäftsfeld Energietechnik sei die Auftragsentwicklung im ersten Quartal erwartungsgemäß nicht zufriedenstellend gewesen, heißt es weiter. Im Bereich der konventionellen Kraftwerke habe bisher kein Großauftrag gebucht werden können. Dem zufolge habe der Auftragseingang der BBP Energy mit 23 Mill. EUR deutlich unter Vorjahr gelegen.

Erfreulich habe sich die Umwelttechnik gezeigt. Der Auftragsbestand des gesamten Geschäftsfelds Energietechnik lag mit 5,146 (4,606) Mrd. EUR um zwölf Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Umsatz ging auf 366 (434) Mio EUR zurück bei einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 26 (minus 22) Mill. EUR. Das Geschäftsfeld Schiffbau verfügte zum Quartalsende über einen Auftragsbestand von 5,084 (5,604) Mrd. EUR, der Umsatz reduzierte sich auf 271 (291) Mio EUR. Auch hier lag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit minus 20 (minus 23) Mill. EUR noch im negativen Bereich.

Im Einzelnen seien bei der Howaldtswerke Werft-Deutsche mit einem Auftragsbestand zum 31. Dezember von rund 4,5 Mrd. EUR die Kapazitäten vor dem Hintergrund einer sehr guten Auftragslage besonders in den Bereichen Konstruktion und Fertigung des Marineschiffbaus erweitert worden. Dagegen sei die Lage im Handelsschiffbau unverändert von der durch internationale Wettbewerbsverzerrungen verursachten unbefriedigenden Situation auf dem Weltmarkt geprägt. Dem entsprechend müssten die Kapazitäten angepasst und die Kosten gesenkt werden, betont Babcock Borsig.

Der Auftragsbestand im Handelsschiffbau betrug den Angaben zufolge zum Ende des ersten Quartals rund 300 Mill. EUR. Im U-Boot-Bau umfasste er sechs Einheiten und neun Materialpakete mit einem Gesamtvolumen von etwa 3,5 Mrd. EUR. Die Gespräche hinsichtlich internationaler Kooperationen seien intensiv fortgesetzt worden. So stünden die Verhandlungen zur der Übernahme der griechischen Staatswerft Hellenic Shipyard gemeinsam mit Ferrostaal kurz vor dem Abschluss, heißt es in dem Bericht.

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