Deutlicher Ergebnisanstieg im zweiten Quartal erwartet
BASF steigert Umsatz und Gewinn

Die Ludwigshafener BASF AG hat im ersten Quartal bei einem erhöhten Umsatz den Gewinn gesteigert, dabei aber die Erwartungen der meisten Analysten nicht ganz erfüllt. Der Chemie-Konzern hält am Vormittag seine Hauptversammlung ab, die erstmals in Nachbarschaft des Konzernsitzes in Mannheim statt findet.

rtr/dpa LUDWIGSHAFEN. Die Ludwigshafener BASF hat im ersten Quartal einen Gewinnanstieg etwas unter den Erwartungen von Analysten erzielt, hält aber trotz zurückhaltender Konjunkturprognosen an ihren Ertragszielen für 2001 fest. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen sei um 4 % auf 962 Mill. Euro gestiegen, teilte Europas größter Chemie- Konzern am Donnerstag mit. Der Umsatz zog um 10 % auf 9,3 Mrd. Euro an. Gewinntreiber war wiederum die relativ kleine Öl- und Gassparte. BASF-Chef Jürgen Strube sagte bei der Hauptversammlung in Mannheim, er rechne mit einer deutlichen Gewinnsteigerung im zweiten Quartal trotz einer verhalteneren Konjunkturentwicklung bis zum Sommer. BASF bleibe zudem bei den Ertragsprognosen für das Gesamtjahr. Analysten bewerteten diesen Ausblick positiv.

Analysten hatten im Durchschnitt ihrer Prognosen für das erste Quartal ein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von 975 Mill. Euro erwartet, wobei die Spanne von 793 Mill. bis 1,12 Mrd. Euro gereicht hatte. Den Umsatz hatten sie durchschnittlich bei 8,85 Mrd. Euro gesehen.

Konzernstruktur stark verändert

Im fortgeführten Geschäft stieg der Umsatz den BASF-Angaben zufolge im ersten Quartal um fast 25 % und das operative Ergebnis um 7 % an. Die Konzernstruktur hatte sich in den vergangenen zwölf Monaten stark geändert. Neu konsolidiert sind etwa die Pflanzenschutzsparte der amerikanischen AHP und das Vitamingeschäft der japanischen Takeda, die BASF vergangenen Sommer gekauft hat. Andererseits veräußerte der Konzern Anfang März die Pharma-Sparte für 6,9 Mrd. $ an die amerikanische Abbott. In den Zahlen für das Auftaktquartal 2001 sind daher nur noch die Pharma-Umsätze von Januar und Februar berücksichtigt. Aus der Veräußerung der Sparte sei ein außerordentliches Ergebnis von etwa 6 Mrd. Euro angefallen, hieß es. Das Ergebnis vor Steuern stieg dadurch drastisch auf 6,6 (Vorjahr 0,9) Mrd. Euro und nach Steuern auf 6,2 (0,5) Mrd. Euro.

Die Öl- und Gassparte steuerte mit 376 Mill. Euro den größten Ergebnisbeitrag bei, obwohl sie nicht einmal ein Sechstel des Konzernumsatzes ausmacht. Der Pflanzenschutzbereich erwirtschaftete ein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von 300 Mill. Euro. Zum Umsatzwachstum hätten alle Segmente und Regionen beigetragen, hieß es. Stark hätten sich die Asien- Geschäfte entwickelt. Die Segmente Kunststoffe und Fasern sowie Farbmittel und Veredlungsprodukte litten unter einer schwächeren Nachfrage in Nordamerika und verzeichneten rückläufige Erträge. Insgesamt habe der Konzern nicht ausreichend Preiserhöhungen durchsetzen können, um annehmbare Margen zu erzielen. Die Verkaufsmengen seien leicht gestiegen.

BASF rechnet mit verhaltener gesamtwirtschaftlicher Entwicklung

"Wie schon im ersten Quartal rechnen auch wir bis zum Sommer mit einer etwas verhalteneren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zumal Schwächen der Volkswirtschaften in Nordamerika und Japan jetzt deutlicher spürbar sind als noch zu Jahresanfang", sagte Strube auf der Hauptversammlung. BASF leide darunter aber angesichts des stetigen Wachstums am Heimatmarkt Europa weniger als die amerikanischen Konkurrenten, die in letzter Zeit pessimistische Ausblicke abgegeben hatten. "Auf der Basis unseres neu ausgerichteten Geschäfts rechnen wir im zweiten Quartal mit einem deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses (gegenüber Vorjahresperiode) und halten an unserem Ziel fest, das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen in den Jahren 2000 bis 2002 um durchschnittlich mindestens 10 % pro Jahr zu steigern." Im vergangenen Jahr hatte BASF diese Kennziffer um 15 % gesteigert. BASF erwartet nach eigenen Angaben Kostenentlastungen aus nachgebenden Rohstoffpreisen.

Analysten sahen vor allem die Prognosen als positiv an. "Sie haben anders als gestern Akzo Nobel ihre Gewinnprognosen bekräftigen können. Das ist ein gutes Zeichen", sagte ein Analyst in Frankfurt. Branchenexperten haben in letzter Zeit schwierige erste sechs Monate für die Chemie- Industrie prognostiziert, erwarten aber mehrheitlich für das zweite Halbjahr eine Stimmungswende auf Grund einer dann wieder anziehenden US-Konjunktur und einen Aufschwung ab 2002.

Branchen haben sich unterschiedlich entwickelt

Michael Butscher betrachtete die Zahlen des abgelaufenen Quartals bei BASF "mit gemischten Gefühlen", weil die Sparten sich sehr unterschiedlich entwickelt hätten. "Öl und Gas sind wieder sehr stark gewesen. Aber im Chemiegeschäft merkt man auch, dass das nachlassende Wirtschaftswachstum in den USA seine Spuren hinterlässt." Petra Meyer von Sal. Oppenheim sagte: "Es hat keine großen Überraschungen gegeben."

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