Deutlicher Gewinnanstieg im nächsten Jahr erwartet
WCM lockt mit Gratisaktien

Die Beteiligungsgesellschaft WCM umwirbt die Aktionäre der Klöckner Werke AG mit Gratisaktien. Die neuen Papiere sollen im nächsten Jahr im Verhältnis drei zu eins ausgegeben werden.

hz FRANKFURT/M. Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, Hamburg, will bei der geplanten Übernahme der Duisburger Klöckner-Werke AG den Anlegern den Umtausch nun mit Gratisaktien versüßen. Auf der WCM-Hauptversammlung im Juni 2001 werde die Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis 3 : 1 an alle Anteilseigner vorgeschlagen, sagte Vorstand Roland Flach. Auch die neuen Aktionäre der WCM, die ihre Klöckner-Aktien gegen Papiere der Beteiligungsgesellschaft eintauschten, würden diese Gratisaktien bekommen.

Der Gesamtaktienbestand vom WCM werde damit um rund 25 % erhöht. Für die neuen Aktien will das Unternehmen insgesamt rund 60 Mill. Euro an Rücklagen auflösen, sagte WCM-Vorstand Karl-Ernst Schweikert. Die Börse reagierte mit einem Kurssprung auf die Ankündigung: Die WCM-Aktien lagen gestern ebenso wie die Klöckner-Papiere deutlich im Plus.

Der WCM-Vorstand zeigte sich zuversichtlich, dass das Übernahmeangebot erfolgreich verlaufen werde. WCM verfüge bereits jetzt über 40 % der Anteile. Der Industrielle Roland Oetker habe seinen Anteil schon zu dem vorläufigen Übernahmeangebot von einer WCM-Aktie für ein Papier des Maschinenbau- und Folienherstellers sowie zusätzlich sieben Euro in bar übertragen. Weitere außerbörsliche Käufe schloss Flach zu den von WCM angebotenen Konditionen nicht aus.

Eine weitere verbesserte Offerte statt des angebotenen Umtauschverhältnisses werde es nicht geben. Das detaillierte Übernahmeangebot werde im Dezember unterbreitet. "Wir empfehlen allen Klöckner-Aktionären, ihre Aktien zu tauschen", da nach einem erfolgreichen Übernahmeangebot mit einem Rückgang des Klöckner-Aktienkurses zu rechnen sei, sagte Flach. Zugleich machte die Beteiligungsgesellschaft klar, dass sie hinter der vom Klöckner-Vorstand eingeschlagenen Strategie stehe, sich auf das Foliengeschäft zu konzentrieren und andere Unternehmensteile wie den Maschinenbau abzustoßen. Die angestrebte Entwicklung werde WCM als künftiger Mehrheitsaktionär "möglicherweise auch in Zusammenarbeit mit Dritten" forcieren. Ein Klöckner-Sprecher wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen.

WCM erwartet im nächsten Jahr wegen der Steuerreform einen deutlichen Gewinnanstieg. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werde 2001 auf 800 Mill. DM schnellen, nach 240 bis 300 Mill. DM im laufenden Jahr. Rund 90 % des 2001 erwarteten Gewinns dürften aus dem Beteiligungsbereich stammen. Im Zusammenhang mit der Steuerreform habe WCM einige Transaktionen auf 2001 verschoben und werde darum im laufenden Jahr ein niedriges Ergebnis als im Vorjahr (460 Mill. DM) ausweisen.

WCM-Aktie wird positiv beurteilt

Neben Klöckner hat WCM noch andere Pfeile im Köcher. So stehen nach Worten Flachs für WCM zwei "wesentliche Immobilientransaktionen" vor dem Abschluss. "Dem Ziel, 100 000 Wohnungen im Konzern zu halten, kommen wir immer näher", sagte Flach. Der jahrelang umstrittene Verkauf von 113 000 Eisenbahner-Wohnungen durch den Bund sei damit allerdings nicht gemeint.

Analysten beurteilen das Geschäft der Beteiligungsgesellschaft optimistisch. Für die Experten des Bankhauses Sal. Oppenheim ist die WCM-Aktie ein "Kauf" mit Kursziel 31 Euro. Mit der geplanten Übernahme der Klöckner-Werke werde WCM in eine neue Dimension vorstoßen. Auch WestLB Panmure ist zuversichtlich. Die Analysten gehen von einem fairen Wert von 35 Euro pro Aktie aus.

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