Deutlicher Gewinnrückgang bei Hochtief
Hochbau in einer tiefen Krise

Der Baukonzern Hochtief hat im Jahr 2001 auf Grund der schwachen deutschen Baukonjunktur wie erwartet weniger verdient. In das Jahr 2002 startete Hochtief nach eigenen Angaben mit Steigerungen von Leistung und Auftragsbestand, für einen Ausblick auf das Gesamtjahr sei es aber noch zu früh.

Reuters ESSEN. Das Ergebnis nach Steuern sei 2001 auf 78 Millionen Euro nach 127 Millionen Euro im Vorjahr gesunken, teilte der im MDax gelistete größte deutsche Baukonzern am Mittwoch in Essen anlässlich seiner Bilanzpressekonferenz mit. Das Ergebnis je Aktie sank auf 0,38 von 1,90 Euro.

Ausschlaggebend für den Ergebnisrückgang sei "ausschließlich die schwierige Situation im inländischen Hochbau" gewesen, die aber nur noch elf Prozent der Gesamtleistung von Hochtief ausmache, sagte Vorstandschef Hans-Peter Keitel laut Redetext. Der inländische Hochbau sei der einzige Geschäftsbereich, der rote Zahlen geschrieben habe. Alle anderen Unternehmensbereiche hätten das Geschäftsjahr 2001 erfolgreich abgeschlossen. Mehr als 80 Prozent seiner Leistung erbringe Hochtief inzwischen im Ausland.

Die Leistung, also die Addition aus Bauleistung und Umsätzen in den sonstigen Geschäftsfeldern, sei 2001 um 5,2 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro gestiegen und habe den bislang höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte erreicht. Der Auftragsbestand habe um 10,2 Prozent zugelegt und mit ebenfalls 13,4 Milliarden Euro einen historischen Höchststand erreicht.

Die ersten beiden Monate des laufenden Geschäftsjahres hätten sich positiv entwickelt. Die Leistung, sei um 8,7 Prozent auf 2,114 (1,944) Milliarden Euro gestiegen. "Angesichts der instabilen Marktverhältnisse in Deutschland ist es zu früh, diese Werte auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Aber auch die Ergebnisentwicklung zeigt in die gewünschte Richtung", erklärte Keitel.

Mit Blick auf die Pläne der RWE, die Bau-Tochter Hochtief nicht mehr voll in die Konzernrechnung einzubeziehen, erklärte Keitel, diese Entscheidung bedeute für Hochtief einen Zugewinn an unternehmerischer Freiheit. Damit werde den internationalen Finanzmärkten das Verständnis "für unsere strategische und unternehmerische Eigenständigkeit" erleichtert. Hochtief habe zudem mit dem Verkauf seiner Anteile an der Monachia Grundstücks-AG einen steuerfreien Gewinn von rund 158 Millionen Euro erzielt.

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