Deutlicher Gewinnrückgang
BMW muss auf neue Modelle hoffen

Der Autobauer BMW hat im Auftaktquartal 2003 trotz hoher Kosten für neue Modelle und dem Modellwechsel beim 5er ( Bilder-Galerie ) einen weniger starken Gewinnrückgang als von Analysten erwartet verbucht. An seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr hält der Münchener Konzern fest.

Reuters MÜNCHEN. "BMW strebt für das Gesamtjahr 2003 auf Konzernebene ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres an", sagte BMW-Chef Helmut Panke am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Neue Modelle und die nächste Generation der 5er-Baureihe sollten dafür sorgen, dass bei allen Konzernmarken im laufenden Jahr Absatzsteigerungen erzielt würden. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die weltweite politische sowie wirtschaftliche Lage stabilisiere und Reformen in Deutschland vorangetrieben würden, wiederholte er frühere Aussagen.

Die BMW-Aktie, die innerhalb der letzten zwölf Monate rund 40 % an Wert verloren hat, legte bis zu 3,7 % auf 29,13 ? zu und führte damit zeitweise die Gewinnerliste im Dax an.

Modelloffensive belastet Ergebnis

Panke sagte, der rückläufige Absatz bei der Kernmarke BMW habe im April angehalten. Er gehe hier im Jahresvergleich von einem Minus von etwa sieben Prozent aus, während die Marke Mini mit einem Plus von rund 25 % erneut kräftig zugelegt habe. Da sich der Absatz bei BMW erst mit dem Verkauf des neuen 5ers wieder deutlich beleben wird, erwartet Panke für das zweite Quartal nochmals einen Ergebnisrückgang, der sich prozentual etwa auf dem Niveau des Auftaktquartals bewege dürfte.

Noch nie hat BMW in so kurzer Zeit so viele neue Modelle auf den Markt gebracht und Baureihen überarbeitet. Auf den seit kurzem in Europa erhältlichen Z4-Roadster folgen ab Juli der neue 5er sowie zum Jahreswechsel die Neuentwicklungen 6er und X3.

Gerade das Auslaufen des 5ers - der zweitwichtigsten Baureihe - hatte bei der Kernmarke zuletzt zu massiven Absatzrückgängen geführt. Im März musste der Automobilhersteller trotz starker Zuwächse beim Mini sogar erstmals seit Ende 1999 in einem Monat einen konzernweiten Verkaufsrückgang melden.

Ergebnis am oberen Rand der Erwartungen

Wegen der hohen Vorleistungen für die neuen Modelle und dem bereits bekannten Absatzrückgang bei BMW sank der Vorsteuergewinn im Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,9 % auf 830 Mill. ?. Damit lag der Konzern am oberen Ende der Erwartungen von Analysten. Der Überschuss verringerte sich auf 510 (Vorjahr 632) Mill. ?, während der Umsatz um 4,6 % auf 10,27 Mrd. ? sank.

"Die Zahlen sind sehr positiv und besser als erwartet", sagte Merck Finck-Analyst Robert Heberger. Sein Kollege Georg Stürzer von der HypoVereinsbank ergänzte, im Bereich Automobile habe sich - trotz der Kosten für neue Modelle - die Marge im Vergleich zum dritten und vierten Quartal 2002 deutlich verbessert. "Man muss wissen, dass das erste Quartal eher ein schwächeres sein wird, so dass das für das Gesamtjahr eine gute Basis ist", resümierte Stürzer mit Blick auf den Konzern.

Keine Angst vor Währungsrisiken

Der im Massengeschäft tätige Konkurrent VW hatte vor allem wegen Währungseffekten einen stärker als erwarteten Gewinnrückgang vor Steuern ausweisen müssen. Panke sagte, er rechne trotz der Euro-Stärke nicht mit Auswirkungen auf das Ergebnis. "Für das laufende Jahr ist BMW im Dollar-Raum vollständig abgesichert." Ein Anziehen der Weltkonjunktur erwartet der Vorstandsvorsitzende nach eigenen Worten zunächst nicht. Zum wiederholten Mal forderte er die Bundesregierung auf, endlich für stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu sorgen: "Wir müssen aus dieser Phase der Diskussion heraus."

In der Automobilsparte verbuchte BMW einen Rückgang des Vorsteuergewinns um 21,3 % auf 719 Mill. ?. Der Spartenumsatz fiel auf 9,37 (Vorjahr: 9,49) Mrd. ?. Das Segment Finanzdienstleistungen konnte hingegen das Ergebnis um 34 % steigern, während bei den Motorrädern Umsatz und Gewinn stagnierten.

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