Deutlicher Rückgang der Importe
In den USA wird niedrigstes Wirtschaftswachstum seit 1995 erwartet

Die für die laufende Woche zur Veröffentlichung anstehenden US-Konjunkturdaten werden voraussichtlich den geringsten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes je Quartal seit 1995 ausweisen. Das sagten befragte Analysten am Montag.

dpa/afx WASHINGTON. "Wir erwarten, dass die Kennzahlen eher düster ausfallen und die Fed. zu einer weiteren Zinssenkung bei dem Treffen am 15 Mai veranlassen werden", sagte Dana Johnson, Banc One Capital Markets.

Obwohl die wenigsten Volkswirte von den anstehenden Zahlen wenig Erfreuliches erwarten, werde mehrheitlich mit einer Wiederbelebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr gerechnet.

Ernüchternde Zahlen als Fundament zur Erholung

"Die Unternehmen haben im abgelaufenen Quartal versucht, mit allen Mitteln ihre Lagerbestände zu reduzieren. Das war schlecht für die Wachstumszahlen. Damit verbessert sich allerdings die Ausgangsposition für die Zukunft", äußerte sich Nick Bennenbroek, Analyst bei Deutsche Banc/AlexBrown.

Deutlicher Rückgang der Importe

Seinen Optimismus begründete Bennenbroek mit der Handelsbilanz des vergangenen Februar: "Die revidierten Februar-Zahlen haben einen deutlichen Rückgang der Importe ausgewiesen. Damit sieht es für das Gesamtquartal nicht mehr ganz so düster aus, wie wir gedacht hatten", sagte Brennenbroek.

Der Volkswirt Ian Morris von HSBC interpretiert den Importrückgang jedoch nicht als gutes Zeichen, sondern eher als böses Omen: "Fallende Importe sind ein schlechtes Zeichen für die Konjunktur. Der letzte mit dem Februar 2001 vergleichbare Import-Rückgang datiert aus den den Rezessionsquartalen Ende 1990 und Anfang 1991."

Keine einheitlich Auf- oder Abwärtsbewegung

Die befragten Wall-Street Ökonomen erwarten für das April-Verbrauchervertrauen einen Rückgang von 6 Punkten auf 111 Zähler, nach einem Anstieg um 7,8 Punkte auf 117 Zähler im März.

Für die Auftragseingänge langlebiger Güter im März prognostizieren die Volkswirte einen Anstieg von 0,7 % nach einem Rückgang von 0,4 % im Februar.

Die Prognose für Verkäufe bestehender Eigenheime im März ist ein Rückgang von 1,5 % auf 5,10 Mill. Einheiten. Dagegen erwarten die Analysten, dass die Verkäufe von Neubauten im März um 0,2 % ansteigen werden.

Auch für die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bis zum 21. April prognostizieren die Volkswirte einen Anstieg. Eine Erhöhung um 8 000 auf saisonbereinigte 393 000 sei wahrscheinlich, hieß es.

Trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit rechenen die Ökonomen mit einem Anstieg des Indizes für Beschäftigungskosten (ECI) im ersten Quartal um 1,2 % nach einem Anstieg von 0,8 % im Vorquartal.

Für das Bruttosozialprodukt wird ein Anstieg von 0,8 % prognostiziert. Dessen Wachstum betrug im Vorquartal 1,0 %.

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