Deutlicher Schritt
S&P senkt Langfristratings der Münchener Rück

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die wichtigsten Langfristratings der Münchener Rück deutlich gesenkt und dies mit einer enttäuschenden Ergebnisentwicklung des weltgrößten Rückversicherers in den vergangenen Jahren begründet.

Reuters NEW YORK. Den Ausblick gab S&P am Donnerstag in New York mit negativ an, was darauf hinweist, dass in den nächsten zwölf bis 18 Monaten eine weitere Abstufung folgen könnte.

Die Aktie der Münchener Rück reagierte zunächst mit weiteren Abgaben auf die deutliche Herabsenkung des Ratings um zwei Stufen. Sie pendelte sich dann aber wieder mit einem Minus von rund zehn Prozent auf 67,67 ? auf den Stand vor der S&P-Meldung ein.

Die Münchener Rück zeigte sich enttäuscht über die Rückstufung. "Das Rating ist aber immer noch ein Top-Rating", sagte Vorstandsmitglied Clement Booth. Es müsse nun mit der Agentur zusammengearbeitet werden, um die Brücke zwischen den unterschiedlichen Bewertungsmodellen zu schließen. Trotz der einschneidenden Ereignisse der letzten Jahre - die Anschläge vom 11. September 2001 und das Einbrechen der Aktienmärkte - sei die finanzielle Position der Münchener Rück noch sehr stark, sagte Booth.

Erst im Dezember hatte S&P - wie zuvor schon Moody's und Fitch - die Münchener Rück von der Bestnote "AAA" auf AA+ zurückgestuft.

"Die Ratingänderungen reflektieren die enttäuschende Ergebnisentwicklung der Gruppe 2002 nach einem bereits schlechten Jahr 2001, und die langsamer als erwartete Erholung der Ergebnisse, trotz der Verbesserungen in ihrem Rückversicherungsgeschäft 2002", schrieb S&P zur Begründung. Zudem habe sich die Kapitalbasis der Gruppe signifikant verschlechtert. Der negative Ausblick spiegele die Vielfalt der Risiken wider, die die Münchener Rück unter anderem zur Stärkung des operativen Geschäfts zu überwinden habe. Die Münchener Rück hatte am Donnerstag über das Geschäftsjahr 2002 berichtet und mit einem Überschuss von 1,1 Mrd. ? nach Abschreibungen von 5,7 Mrd. ? auf kursschwache Wertpapiere die Erwartungen von Analysten verfehlt. Da sich die Märkte noch nicht stabilisiert hätten, seien im ersten Quartal 2003 weitere Abschreibungen im hohen dreistelligen Millionenbereich zu erwarten, sagte Vorstandsmitglied Jörg Schneider. Alleine im vierten Quartal 2002 habe der Konzern fast 1,5 Mrd. ? auf Wertpapiere abschreiben müssen. Das Eigenkapital des Konzerns schrumpfte um mehr als ein Viertel.

Zugleich habe S&P das Langfrist-Emittentenrating der Erstversicherungstochter Ergo ebenfalls um zwei Stufen auf "A+" von "AA" mit negativem Ausblick gesenkt, teilte die Agentur mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%